Archiv für die Kategorie 'Allgemein'

Jun 07 2015

Winnetou ist ein Christ

Autor: . Abgelegt unter Allgemein,Wir Christen

Chsr-lih, ich glaube an den Heiland. Winnetou ist ein Christ. Leb wohl!

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Mrz 11 2015

Flashmob für jüdisches Leben

Autor: . Abgelegt unter Allgemein,Politik und Alltag

Mann mit Kippa und Israel-Fahne
Für ein buntes jüdisches Leben in Hannover haben gestern knapp 100 Teilnehmer eines Kippa-Flashmobs in der Hannoverschen Innenstadt demonstriert.

Mit der traditionellen jüdischen Kopfbedeckung Kippa, Israel-Fahnen und jüdischer Musik demonstrierten sie für ein vielfältiges jüdisches Leben. Vor allem nach dem Gaza-Krieg im vergangenen Jahr habe es “wüste antisemitische Ausfälle” gegen Juden gegeben, sagte Initiator Monty-Maximilian Ott von der Deutsch-Israelischen Gesellschaft in Hannover. An der Demonstration beteiligten sich auch Landtagsabgeordnete von SPD und FDP. Befürchtete Provokationen von Rechtsextremisten blieben aus. (NDR.de)

Eigentlich sollte es selbstverständlich sein, dass „vielfältiges jüdisches Leben“ in deutschen Städten wieder seinen festen Platz hat – zumal nach der jüdischen Immigration aus den GUS-Staaten in den 1990er-Jahren.
Aber weil dafür demonstriert werden muss, ist es leider nicht selbstverständlich. Und das ist ein Skandal, der als solcher scheinbar nur von einer Minderheit wahrgenommen wird. Oder wo sind die 1500 Kundgebungsteilnehmer, die Anfang des Jahres in Hannover gegen Pegida und Hagida auf die Straße gegangen sind? Warum fehlen sie bei einer Demonstration für jüdisches Leben in Hannover?

Nein, hinsichtlich des jüdischen Lebens hier und anderswo in Deutschland herrscht eben keine Normalität. Dass eine von der Polizei bewachte Demonstration von etwa 100 Kippa tragenden Menschen unbehelligt von antisemitischen Übergriffen durch die hannoversche Innenstadt ziehen kann, wird bereits als Erfolg verbucht. Das ist wahrhaftig kein Ruhmesblatt für die deutsche Gesellschaft, 70 Jahre nach dem deutschen Massenmord an den europäischen Juden.

Normalität gibt es erst dann, wenn ein oder zwei Kippaträger auch sicheren Fußes durch Hannovers Nordstadt oder den Sahlkamp spazieren können. Wer möchte es einmal ausprobieren?

Vielleicht sollte der nächste Kippa-Flashmob genau an jenen Orten stattfinden. Und dann hoffentlich nicht nur mit 100 – sondern mindestens mit 1000 Teilnehmern! Denn die werden wir dort brauchen, fürchte ich.

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Jan 11 2015

Je suis charly?

Autor: . Abgelegt unter Allgemein

je ne suis pas charly

Ich bin nicht Charly, weil ich nicht den Mut aufbringe, den die getöteten Zeichner und Redakteure in Paris aufgebracht haben. Sie haben sich für die Freiheit der Rede, des Bildes und des Spottes geopfert. Aber ich bin nicht Charly. Weil es die Vertreter jener menschenverachtenden Ideologie längst geschafft haben, mich nachhaltig einzuschüchtern. Und ich glaube, dass 80 Prozent derjenigen, die jetzt vollmundig bekunden, “Ich bin Charly”, es auch nicht sind.
Die Morde an den Zeichnern und Redakteuren haben solchen Angsthasen wie mir leider recht gegeben und werden daher auch noch mehr Menschen einschüchtern. Insofern sind sie kein “Sieg über die Meinungsfreiheit”, wie es überall heißt, sondern ihre Niederlage. Gesiegt haben (vorerst) die Mörder.

Das Beste und Katholischte zum Thema natürlich wieder mal bei Geistbraus: Warum Satire negative Theologie braucht

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Jan 01 2015

Neujahrsgruß!

Autor: . Abgelegt unter Allgemein

Winterliche Impression - Grashalme im geoldenen Licht

„Ich grüße Dich als Freund, und tief ist meine Liebe für Dich. Nichts kann ich Dir geben, das Du nicht schon hättest. Du aber kannst vieles, sehr vieles nehmen, was ich nicht geben kann.

Es gibt für uns erst einen Himmel, wenn unser Herz im Hier und Jetzt zur Ruhe kommt. Nimm also den Himmel! Es gibt keinen künftigen Frieden, der nicht schon jetzt in diesem Augenblick verborgen läge. Nimm also den Frieden!

Die Schwermut der Welt ist nur ein Schatten. Dahinter, und doch zum Greifen nahe, liegt Freude. Mitten in der Finsternis strahlen Glanz und Herrlichkeit, wenn wir nur sehen können. Und um zu sehen, müssen wir nur schauen. Ich beschwöre Dich also, mach’ Deine Augen auf!

Das Leben schenkt so großzügig. Wir aber urteilen nach der äußeren Hülle der Gaben und verwerfen es als hässlich, schwer oder hart. Schaue unter die Hülle und Du wirst eine lebendige Pracht finden, von Liebe gewoben in Weisheit und mit Kraft. Nimm’ dieses Geschenk dankbar in Empfang und Du wirst die Hand des Engels fühlen, die es Dir bringt. Alles, was wir Heimsuchung, Leid oder Verpflichtung nennen, kommt, glaube mir, aus des Engels Hand; es ist Geschenk und Wunder einer überschattenden Gegenwart.

So auch Deine Freuden. Sei nicht zufrieden mit ihnen als bloße Freuden; auch sie verbergen göttlichere Gaben. Das Leben ist so voller Sinn und Bedeutung, so voll verschleierter Schönheit, dass Du entdecken wirst: Die Welt verhüllt nur Deinen Himmel. Habe also Mut, ihn zu beanspruchen! Darauf allein kommt es an. Aber Mut hast Du ja, und die Gewissheit, dass wir gemeinsam als Pilger auf dem Weg sind durch fremdes Land heimwärts.
Und so grüße ich Dich denn zu dieser Jahreszeit, nicht wie die Welt Grüße sendet, sondern mit tiefer Ehrfurcht und bete, dass für Dich der Tag anbrechen möge und die Schatten weichen, jetzt und für immer.“ Weihnachten, anno Domini 1513.

Fra Giovanni Giocondo (1435 -1515)

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Dez 24 2014

Über das Schenken zu Weihnachten mit ein bisschen Kapitalismuskritik

Autor: . Abgelegt unter Allgemein,Religion und Alltag

Weihnachtsgeschenke
Weinachten ist da. Nur noch weinige Stunden bis Heiligabend. Die zur Zeit meistgestellte Frage lautet wahrscheinlich: „Habe ich auch alle Geschenke beisammen?“ Und vor allem: „Habe ich das Richtige gekauft, werden sich die Beschenkten auch über meine Gaben freuen?“
„Okay“, denken Sie jetzt: „Das läuft hier wohl wieder auf die obligatorische Kritik an der Kommerzialisierung des Weihnachtsfestes hinaus“. Stimmt, ich gebe es zu. Aber meine Kritik ist origineller als andere. Behaupte ich. Also ruhig weiter lesen!
Was ist denn eigentlich gegen das sich Beschenken einzuwenden?. Es belebt die Wirtschaft: Das Weihnachtsgeschäft macht zwischen 25 und 50 Prozent des Umsatzes im Einzelhandel aus. „Ohne Weihnachten würde das für uns so lebenswichtige kapitalistische System zusammenbrechen und Deutschland müsste Geld von Griechenland ausleihen“, meint Eric T. Hansen von Zeit-Online.

Außerdem bereitet das Schenken neben dem ganzen Einkaufsstress viel Freude. Und nebenher wächst zu Weihnachten mit oder trotz dem ganzen Einkaufsrummel sogar noch die Sensibilität für unsere Mitmenschen und für soziale Missstände hier und anderswo. In der Vorweihnachtszeit wird nicht nur gekauft und konsumiert, was das Zeug hält, sondern auch gespendet und geholfen wie zu keiner anderen Zeit im Jahr. Was soll also das ewige Lamento über die Kommerzialisierung des Festes, das alle Jahre wieder an prominenter Stelle aufgesagt werden muss.
In diesem Jahr war es zum Beispiel der Reggae-Musiker Gentleman, der in der Süddeutschen zu Protokoll gab, dass er immer mehr versuche, diesem „Trubel und dem Rummel zu entkommen“. Eigentlich komisch für jemanden, der doch von Trubel und Rummel lebt. Nun ja, vielleicht ja gerade deshalb. Das, was draus gemacht werde, fände er ziemlich grausam, diesen ganzen „Hardcore-Konsum-Flash“, meint Gentleman. Eigentlich solle man doch jemanden feiern, der da mal geboren wurde und den „Durchblick gehabt hat“. Okay, das ist vielleicht etwas unorthodox formuliert, zielt aber tendenziell in die richtige Richtung. Aber: warum denn nicht die Ankunft Christi, das größten Geschenk, dass die Menschen je erhalten haben, mit dem gegenseitigen sich Beschenken feiern. Um damit zumindest symbolisch etwas von der Freude zu teilen, die Christus durch seine Ankunft den Menschen bereitet hat.
Historisch betrachtet ist die Tradition der Weihnachtsgeschenke ein Erbe der Reformation. Ursprünglich war der 6. Dezember der Tag des Schenkens, denn an diesem Datum wird dem Heiligen Nikolaus von Myra gedacht. Und diesen Heilige hält man insbesondere wegen seiner generösen Art gegenüber Armen und Bedürftigen in Ehren. Daher bekanntlich der Brauch des Schenkens. Weil Luther die Heiligenverehrung ablehnte, wurde der Heilige “durch einen dubiosen Weihnachtsmann ersetzt, der Tag des Schenkens vom 6. Dezember auf den 24. Dezember verlegt. Seitdem ist Weihnachten zwei Feiertage in einem: Der Tag Christi Geburt und eben der Tag des Schenkens“. Luther war hier auf der ganzen Linie erfolgreich.

An Weihnachten feiern wir die Ankunft Christi auf der Erde. Gott hat sich uns damit gewissermaßen selbst geschenkt. Dieses Geschenk ist niemals zu toppen. Daher ist das symbolische Teilen der Freude darüber durch das gegenseitige sich Beschenken zu Weihnachten auch gar kein Problem. Wohl aber, dass sich das Schenken gegenüber seinem Anlass in weiten Teilen vollständig verselbstständigt hat.

Die Verselbstständigung des rein quantifizierbaren Aspekts eines Phänomens gegenüber seiner ursprünglich sozialen und/oder spirituellen Bedeutung ist eine typische Erscheinung des Kapitalismus. Wie sich der Tausch(wert) gegenüber den Gebrauchs(wert)eigenschaften eines Produkts im Kapitalismus fast vollständig verselbstständigt, bis hin zum Warentausch von stofflich gar nicht mehr vorhandenen Werten beispielsweise im Kapitalhandel, so tendiert diese Wirtschaftsform dazu, alles Soziale, Spirituelle und Höhere auf ein rein Dingliches herunter zu brechen. Christen müssten aus diesem Grund eigentlich fundamentale Kapitalismuskritiker sein. Das sie es weitgehend nicht sind, ist nicht nur die Schuld des leidigen Bündnisses von Repräsentanten der Kirche mit den Mächtigen dieser Welt, sondern auch des fatalen und destruktiven Atheismus der Linken. Von den Verbrechen, die im Namen linker Weltanschauungen begangen wurden, ganz zu schweigen.
Auf jeden Fall brauchen wir uns über die Kommerzialisierung des Weihnachtsfestes nicht zu wundern. Sie ist ein Resultat der Herrschaft des Tauschwerts. Aber diese Herrschaft ist nicht absolut. Wenn die Menschen zu Weihnachten in großer Zahl in die Kirchen gehen, dann tun sie das, weil sie einen Verlust erahnen. Es ist der Verlust des Heiligen, das man noch am Heiligen Abend im wahrsten Sinne des Wortes gegen das Profane getauscht hat. Die Menschen sind auf der Suche. Das zeigt nicht zuletzt, dass die Herrschaft des (Tausch)Werts niemals absolut ist. Es bestimmt eben nicht nur das Sein das Bewusstsein. Es ist ebenso die Herrlichkeit Gottes, die (fast) jeder Menschen zumindest als eine Ahnung und ein Sehnen in sich spürt. Insofern auch kratzt jede Kritik an der Kommerzialisierung des Weihnachtsfestes ein wenig an der Tünche des Kapitalismus, der dazu tendiert, alles Heilige zu profanisieren. Nicht das sich Beschenken ist dabei problematisch, sondern dass es sich gegenüber seinem eigentlichen Sinn, der Freude über das Geschenk Gottes an die Menschen, verselbstständigt hat. Dieses Geschenk ist uns gemacht worden und wir müssen es nur annehmen, indem wir unsere Herzen dafür öffnen. Indem wir zulassen, das Christus gleichsam auch in uns selbst geboren wird: „Wir feiern Weihnachten, auf dass diese Geburt auch in uns Menschen geschieht. Wenn sie aber nicht in mir geschieht, was hilft sie mir dann? Gerade, dass sie auch in mir geschehe, darin liegt alles“, sagt Meister Eckhart
Eric T. Hansen von Zeit-Online meint übrigens, Schenken käme „sehr gut auch ohne Religion aus“. Nee: eben nicht!

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Mai 02 2014

Jesus rettet (2)

Autor: . Abgelegt unter Allgemein,Transzendenz und Alltag

Hutkrempe
Erster Mai 2014. Hannover, Trammplatz. „Guck mal, der da” sagt Hanno, (Hanno der Straßenmusiker, Entertainer, „Bunter Hund“,) und weist auf den Mann, der jetzt am Rand der Kundgebung steht und sein Schild mit der Aufschrift „Jesus rettet“ in die Höhe hält. „Muss sich hier eigentlich jeder produzieren?“ fügt Hanno mißmutig fragend hinzu.
Mann mit Schild in einer Menschenmenge. Aufschrift: Jesus rettet!
„Ich finde, das ist eigentlich eine ganz witzige Idee“, lautet meine Antwort. Hanno abfällig: “Jesus rettet. Wen soll der denn retten?“
„Na dich – zum Beispiel!“
Hanno schweigt, in seinem Gesicht gefriert ein sarkastisches Grinsen.
Ich hätt’s ihm erklären müssen, denke ich später!

Zum Weiterlesen: “Jahrzehnte lang hat sie das Bild von Dortmund geprägt: Maria Schmidt, die grauhaarige Dame mit dem „Jesus rettet“-Schild”.

Und hier, noch mehr zum Thema. Für uns Katholiken vielleicht etwas zu sola fide, aber ich finde, im Großen und Ganzen kann man es so stehen lassen.

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Mai 26 2013

Brief des Apostels Paulus an die Römer 5, 1-5

Zweite Lesung des Tages

Gerecht gemacht aus Glauben, haben wir Frieden mit Gott durch Jesus Christus, unseren Herrn.
Durch ihn haben wir auch den Zugang zu der Gnade erhalten, in der wir stehen, und rühmen uns unserer Hoffnung auf die Herrlichkeit Gottes.
Mehr noch, wir rühmen uns ebenso unserer Bedrängnis; denn wir wissen: Bedrängnis bewirkt Geduld,
Geduld aber Bewährung, Bewährung Hoffnung.
Die Hoffnung aber läßt nicht zugrunde gehen; denn die Liebe Gottes ist ausgegossen in unsere Herzen durch den Heiligen Geist, der uns gegeben ist.

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Apr 26 2013

Emir Kusturica. Der Jugoslawe

Emir Nemanja Kusturica, Filmregisseur und Musiker, ist ein Jugoslawe. Durch und durch. Und in allen seiner Filmen hat er dem Land Jugoslawien, diesem Kultur-Amalgan aus serbisch-orthodoxen, katholischen, muslimischen und ziganistischen Einflüssen (nicht zu vergessen die Einflüsse des sephardischen Judentums und des Staatssozialismus titoistischer Prägung), ein meisterhaftes filmisches Denkmal gesetzt. Kusturizas Jugoslawien war ein Land voll strotzender Lebensfreude und abgrundtiefer Melancholie, bevölkert von Menschen, die zu heftigem Jähzorn und kaum zu zügelnder Wut ebenso fähig waren wie zu großer Solidarität, Großmut, tiefer Freundschaft und Liebe. Jugoslawien war das Land, in dem sich Orient und Okzident mit all ihren kulturellen Eigenheiten und Mentalitäten, Gutem wie Schlechtem, auf eine ganz eigene Art und Weise vermischten und etwas Hybrides ausbildeten, das sowohl verschmelzen und gleichzeitig doch auch wieder auseinanderfallen konnte, und dessen Menschen vielleicht schon immer etwas mehr zu emotionalen Ausbrüchen neigten, als die Menschen anderswo.

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Dieses Land gibt es nicht mehr, nur in Kusturicas Filmen, seiner Musik und in anderen kulturellen Zeugnissen lebt es weiter. Es wird wahrscheinlich von weitaus mehreren seiner ehemaligen Bewohner, die sich jetzt Kroaten, Mazedonier, Serben oder sonst wie nennen, betrauert, als man sich hierzulande vorstellen kann. Kusturizas Filme jedenfalls sind zugleich auch immer ein Ausdruck dieser Trauer und der Versuch, sie irgendwie zu bewältigen. Hier, im westlichen Teil Europas und insbesondere in Deutschland, wo insbesondere seit Anfang der 1990er-Jahren viel von multiethnischem Zusammenleben, Toleranz und den Rechten von Minderheiten schwadroniert und der moralische Finger hochgereckt wird, kann man sich von diesem verloren gegangenen kulturellen Amalgam Jugoslawien keinen Begriff machen. Wahrscheinlich konnte man das hierzulande nie.
Emir Kusturica

Das Jugoslawien von einst kann in diesem, aus einner kulturnationalistischen Idee geborenen und wiedervereinigten Deutschland, wohl schon im Denken gar nicht vorkommen, und so darf es auch keine Jugoslawen geben. Um sich in die Lage zu versetzen, Kusturica begrifflich irgendwie zu erfassen, muss man aus ihm einen „serbischen Nationalisten“ machen.
Kusturica baut sich sein Jugoslawien inzwischen wieder auf: im serbischen Bezirk Mokra Gora ist in Zusammenarbeit mit den örtlichen Behörden der Museumsort „Küstendorf“ entstanden, der auch als Kulisse für Kusturicas Film „Das Leben ist ein Wunder“ diente. Dort lebt er jetzt zeitweise. Und in der Nähe von Višegrad, der Stadt an der Drina, die insbesondere durch den Roman „Die Brücke über die Drina“ des jugoslawischen Schriftstellers und Nobelpreisträgers Ivo Andrić bekannt geworden ist, entsteht unter Kusturicas Regie die Kunststadt Andrićgrad. Namensgeber ist natürlich der jugoslawische Schriftsteller Andrić, die Stadt soll zukünftig wieder als Kulisse für einen neuen Film dienen.
Im Jahr 2005 wurde Emir Kusturica in der orthodoxen Kirche Serbiens getauft.


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Apr 03 2013

Individualität und die Sehnsucht nach dem ganz Anderen

Autor: . Abgelegt unter Allgemein,Transzendenz und Alltag

Baum
Am Rand des Weges neigt sich eine krumm gewachsene Kiefer windschief über ein frühjahrgrünes Kornfeld. Es sieht aus, als strecke sie ihre Baumkrone dem Wald jenseits des Feldes entgegen, als wolle sie zu ihm hinüber wachsen, sich mit ihm vereinen.
Mich erinnert das Bild an das Dilemma unserer Individualität, unserer Persönlichkeit, die nur um den Preis des Getrenntseins zu haben ist? Einerseits wollen wir unsere individuelle Autonomie bewahren und akzentuieren. Wir konstruieren uns einen sozialen Kosmos, in dem wir im Mittelpunkt stehen. Wir streben nach sozialer Anerkennung, nach Einfluss, manchmal nach Macht. Dabei geht es insbesondere um die Verfügungsgewalt über materielle, soziale und emotionale Ressourcen, um Geld, das heißt um dinglichen Reichtum, um Anerkennung, aber auch um Liebe. Andererseits aber streben wir immanent einer Auflösung dessen zu, was uns von dem und den Anderen trennt: von unseren Mitmenschen, von der Natur, von dem großen Ganzen an sich.
Unser Leben resultiert nicht zuletzt aus der Dynamik, die sich in der Bewegung zwischen diesen beiden Polen entfaltet. Wenn es uns nicht gelingt, hier eine Balance zu finden, kann schnell ein Leiden an uns selbst entstehen. Dies ist wohl der Hintergrund vielfältigster psychischer Probleme, als da sind: Sucht, das sich selbst fremd werden, auch als Depersonalisierung bezeichnet, aber auch Kriminalität, der Verlust eines ethischen Wertesystems und andere Störungen der Persönlichkeit. Die Sehnsucht nach dem Einswerden mit dem Ganzen, mit dem ganz Anderen, ist letztlich immer die Sehnsucht nach Gott. In einer verdinglichten Welt aber ist diese Sehnsucht immer schwerer erkennbar und vielen fällt es schwer, sie überhaupt für sich zuzulassen. Denn das bedeutet loszulassen, wo wir doch alltäglich dazu aufgefordert werden, festzuhalten: Dinge, Einfluss, Deutungssysteme. Da, wo suggeriert wird, alles sei quantifizierbar, beherrsch- und erklärbar, da ist die Verdinglichung zum beherrschenden Lebensprinzip geworden. Demgegenüber müssen wir der Sehnsucht nach dem ganz Anderen, der Sehnsucht nach Gott, Raum geben. So wir diese Räume einfordern, für andere und für uns selbst, so wenden wir uns auch gegen die Verdinglichung. Vielleicht kann Kapitalismuskritik und Gottsuche auf diese Weise (wieder) zusammen kommen.

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Jan 08 2013

Katholiken für Israel

Autor: . Abgelegt unter Allgemein

Um einen Katholiken, der sich ausdrücklich zur Solidarität mit Israel bekennt und außerdem der Auffassung ist, dass viele deutsche Christen sich quasi doppelt schuldig gemacht haben gegenüber jüdischen Menschen, nämlich einmal als Deutsche während des Nationalsozialismus, und darüber hinaus auch als Christen durch den christlichen Antijudaismus, der lange Zeit den Diskurs beherrschte und teilweise unter der Oberfläche immer noch weiterschwelt, kann es in dieser Angelegenheit schon sehr einsam werden. Um so mehr habe ich mich gefreut, jene Website zu entdecken:

Weblink: Katholiken für Israel. Klick hier!

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