Notizblaettchen: Katholisch-orthodox + Altkirchlich + Recht Gläubig

Über mich: Schorsi von Beck

Vor einigen Jahren bin ich in der alt-katholischen Kirche in Deutschland katholisch geworden. Inzwischen verstehe ich mich als katholisch-orthodox.

Katholisch-orthodox zu sein, das bedeutet für mich das Bekenntnis zu den katholischen Traditionen in Liturgie und Spiritualität, zur apostolischen Sukzession, zum dreifachen Amt in der Kirche und zu den Kirchenvätern, Heiligen und Märtyrern, die vor uns in der einen katholischen und apostolischen Kirche gewirkt und uns ein Vorbild gegeben haben. Mein Verständnis von Rechtgläubigkeit gründet sich insbesondere auf das Prinzip des Heiligen Vinzenz von Lérins, dass nichts eingeführt werde, „was nicht überall, immer, von allen geglaubt worden ist.

Ich habe mich in der Kirche verändert, bin katholischer und orthodoxer geworden. Das Adjektiv alt-katholisch benutze ich inzwischen nicht mehr, wenn mich jemand nach meiner Konfession fragt. Die alt-katholische Kirche sucht entgegen ihrer altkirchlichen Verantwortung, die sie selbst am Ende des 19. Jahrhunderts für sich beansprucht hat, immer mehr die Zustimmung von der falschen Seite. Sie sucht die Zustimmung bei jenen, die der katholischen und rechtgläubigen Kirche ohnehin feindselig gegenüber stehen. Vielleicht liegt der Grund dafür in der geringen Mitgliederzahl und dem Bedürfnis nach mehr Bedeutung.
 Wenn die Kirche ihre Bedeutung indes durch die Anerkennung der Welt sucht, so glaube ich, wird sie ihre Bedeutung als Zeugin der christlichen Traditionen und Überzeugungen verlieren.

Die Kirche darf sich nicht dem jeweils herrschenden Zeitgeist anzupassen. Ihre Aufgabe ist es, dass Evangelium zu verkünden, im Sinne des Evangeliums zu wirken, die Heiligen Sakramente/Mysterien zu spenden, die in 2000 Jahren Kirchengeschichte gewachsenen katholischen und orthodoxen Traditionen als Schatz zu bewahren und einen Raum zu öffnen, in dem die Menschen sich zu dem ganz Anderen, dem Dreieinigen Gott in Beziehung setzen können. Die Kirche darf sich jedenfalls nicht an irgendwelchen Moden orientieren, sie hat die Moderne vielmehr kritisch zu begleiten und als ihr Korrektiv zu wirken. Die Kirche und die in ihr Wirkenden sind einzig ihrem Auftrag und der Wahrheit verpflichtet. Und nicht zuletzt bedarf es einer erneuerten Ausrichtung an den christlichen Mysterien, „an der radikalen Unbegreiflichkeit, Tiefe, Absolutheit des Daseins auf Gott hin in Freiheit“, wie Karl Rahner es formuliert hat.

Mit dem derzeitigen Mainstream des Alt-Katholizismus kann ich mich nicht mehr identifizieren. Mein Glaube ist katholisch-orthodox.

Mit viel Sympathie sehe ich, dass es Menschen in der Orthodoxie gibt, die daraufhin wirken, auch die westlichen liturgischen Traditionen für die Orthodoxie zu öffnen. So etwa die Katholisch-orthodoxe Kirche des Westens oder das Kloster Mariae Himmelfahrt in Eisbergen (Porta Westfalica).

Noch bin ich Mitglied der alt-katholischen Kirche. Die Gemeinde in Hannover kann ich immer noch als mein geistiges Zuhause, ihren Pfarrer und Prieser als meinen geistigen Vater, betrachten. Ich glaube, dass sie in ihrer orthodoxen Spiritualität und liturgischen Ausrichtung eher eine Ausnahme im Alt-Katholizismus in Deutschland darstellt.

Ich habe mich in diesem Blog immer wieder kritisch an den Alt-Katholiken abgearbeitet. Ich glaube, dass ist jetzt vorbei. Ich muss die Dinge nehmen wie sie sind und sehen, wohin mich mein eigener Weg führt.

Kontakt: schorsi.vonbeck(at)web.de

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