Feb 16 2013

Endliche kreativ

Autor: . Abgelegt unter Kirche und Alltag

Kirchliche Themen sind in den Medien aus bekannten Gründen derzeit ja wieder recht populär. Vor allem die Frage, wer der nächste Papst wird, ob er nun endliche den Pflicht-Zölibat abschafft, Frauen zum Priesteramt zulässt, die Homosexuellen-Ehe akzeptiert oder die Interkommunion mit den Protestanten einführt, ist von besonderem Interesse. Ja, die Kirche muss jetzt kreativ sein und die Menschen endlich da abholen, wo sie stehen, so wird räsoniert. Allen liegt das Wohl der katholischen Kirche eben gerade sehr am Herzen. Und so hat jetzt auch ein ökumenischer Kongress in Hannover, Motto: Kirche hoch zwei, von sich reden gemacht, auf dem „Katholiken und Protestanten gemeinsam nach Wegen (suchen), wie sie sich die Kirche der Zukunft angesichts schwindender Mitgliedzahlen präsentieren kann”(HAZ). Da gibt es etwa Sinnenparks mit Römerkostümen, Glaubensgespräche in der Kneipe, einen Preacher Poetry Slam und Bischof Nicholas Baines von der anglikanischen Kirche berichtet von tollen Erfahrungen aus dem United Kingdom. Sein Tipp: spielen, lachen, genießen.
Nicht vertreten auf dem Konkress, aber auch sehr kreativ übrigens, der Vorschlag, den Martin Johannes Grannenfeld auf seinem katholischen Blog Geistbraus aus aktuellem Anlass der Fastenzeit unterbreitet hat:

Geistbraus (hat) eine Reihe von zeitgemäßen Fastenvorsätzen zusammengestellt. So wird die Kirche wieder populär! Man muss die Leute ja dort abholen, wo sie, weeste…
Also:
Worauf möchten Sie dieses Jahr in der Fastenzeit verzichten?
aufs Arbeiten
auf gute Werke
auf den Papst
auf Schnee und Hagel
auf den Kirchgang
aufs Fasten
Stimmen Sie ab und gewinnen Sie mit etwas Glück eine Wildbret-Fastenschlemmerplatte für 2 Personen! Garantiert selbstmitleidfrei!“

Genau. Also mitmachen und gewinnen.
Wie war das übrigens noch mal mit dem Zitat des Theologen Karl Rahners: “Die Kirche der Zukunft wird mystisch sein – oder sie wird nicht mehr sein.”
Insofern sind die Aussichten gerade nicht so gut.

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