Notizblaettchen: Katholisch + Altkirchlich + Recht-Gläubig

Christen und Corona

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Der heilige Apostel Paulus mahnte seinerzeit die junge Christengemeinde in Rom, sich der Obrigkeit zu beugen und nicht aufzubegehren, „denn es gibt keine staatliche Gewalt außer von Gott; die jetzt bestehen, sind von Gott eingesetzt”. Ungehorsam ist mithin keine christliche Tugend und Revoluzzertum war unter Christen noch nie sehr weit verbreitet. Also durften die Imperatoren im spätantiken Rom sich an den Christen als gehorsame und bequeme Untertanen erfreuen. Sollte man meinen.



Warum hat es dann immer wieder grausame Christenverfolgungen gegeben. Wussten die Kaiser nicht, was sie an “ihren” Christen hatten? Die Antwort ist ganz einfach: Der Gehorsam reichte genau so weit, wie von den frühen Christen nicht gefordert wurde, ihren Glauben und Jesus Christus zu verleugnen. Wenn es darum ging, den Kaiser als Gottheit zu verherrlichen und ihm Opfer darzubringen, hörte der Spaß auf. Lieber ließen sie sich den Löwen in der Arena zum Fraß vorwerfen, als hier auch nur einen Millimeter nachzugeben. Hätten es sich die Christen der Spätantike verbieten lassen, gemeinsam ihr heiligstes Fest zu feiern, gemeinsam Ostern zu feiern? Das darf bezweifelt werden!

Ostern 2020: Kirchenschließungen – und die Kirchen machen mit!

Genau das ist im letzten Jahr (2020) bekanntlich geschehen. Bund und Länder ordnen zur Bekämpfung des neuartigen Coronavirus einen harten Lockdown an, Kirchenschließungen inklusive. Und was machen die Kirchen. Sie machen mit. Kein Bischof läuft Sturm, als das wichtigste Fest der Christenheit einfach abgesagt wird. Die Oberhäupter unserer westlichen Kirchen sind durch die Schreckens- und Horror-Meldungen über das neue Killervirus dermaßen eingenordet, dass niemand auch nur pieps gegen die Kirchenschließungen zu sagen wagt. Die sogenannten Lockdown-Maßnahmen, also das Einfrieren des gesamten öffentlichen Lebens in den Bereichen Kultur, Wirtschaft, Freizeit und Religionsausübung, seien nötig, um weitere Opfer der Pandemie zu vermeiden, heißt es aus dem Kanzleramt und dem Gesundheitsministerium. Und welches Kirchenoberhaupt will schon Schuld an neuen Pandemie-Opfern sein.

Keinem begegnen?


Zu diesem Zeitpunkt, also im Frühjahr 2020, haben die Labore in Deutschland mit dem seit einiger Zeit gebräuchlichen PCR-Tests insgesamt 117.658 Fälle von Coronainfektionen nachgewiesen, also bei knapp 0,14 Prozent der bundesdeutschen Bevölkerung. Etwa 2500 Todesfälle werden bis zu diesem Zeitpunkt mit einer Coronainfektion in Verbindung gebracht. Das sind gut zwei Prozent der bisher nachgewiesenen Infektionen, also eine relativ hohe Zahl. Allerdings fällt auf, das einige derjenigen, bei denen das Virus per PCR-Test entdeckt wird, überhaupt keine oder nur geringe Symptome aufweisen.

Sars CoV 2 – wer sucht der findet

Wenn man nur gründlich sucht, dann würde man wohl noch eine Vielzahl weiterer Infizierter finden, zumal in erster Linie diejenigen getestet werden, die aufgrund von Symptomen als Verdachtsfälle gelten: Diese Vermutung hegt der Virologe Hendrik Streeck von der Universität Köln und begibt sich dort in die Feldforschung, wo es einen der ersten größeren Krankheitsausbrüche gab, in Heinsberg, einer kleinen Kreisstadt in der Nähe von Köln. 405 Haushalte mit 919 Personen werden nach Zufallskriterien ausgewählt und auf Sars CoV 2 Viren getestet. Davon sind 138 Tests positiv. Sieben Menschen sind im Heinsberger Stadtteil Gangelt an den Folgen einer respiratorischen Atemwegserkrankung, die auf das neue Coronavirus zurückgeführt wird, verstorben. Hochgerechnet ergibt sich ein Infizierten-Verstorbenen-Anteil von 0,36 Prozent. Streeck liefert also erstmalig ein einigermaßen realistisches Bild von der Gefährdungslage im Hinblick auf das neue Coronavirus, ein Bild, das dazu angetan ist, ein wenig mehr Ruhe und Vernunft in eine aufgeheizte und von Panik erfasste öffentlichen Stimmung einkehren zu lassen. Hochgerechnet schätzen die Forscher um Streeck eine Gesamt-Infektionsquote in Deutschland von rund 1,8 Millionen infizierten Personen.

Infiziert ist nicht gleich krank

Somit ist einigermaßen klar, dass der größte Teil der Menschen, die sich mit diesem Virus infizieren, nicht schwer daran erkranken, ja die Infektion teilweise nicht einmal bemerken. In Hamburg macht sich unterdessen ein beherzter Pathologe im Alleingang daran, einmal genauer hinzuschauen, wer sich denn nun eigentlich Sorgen wegen machen muss. Der Pathologe Klaus Püschel widersetzt sich damit ausdrücklich den Empfehlungen der Pandemie-Bekämpfungsstrategen vom bundeseigenen Robert-Koch-Institut (RKI), das sowohl von einer Obduktion vermeintlicher Corona-Opfer als auch von der allgemein üblichen Leichenschau vor der Kremation ausdrücklich abgeraten hatte.

Covid 19 – wer ist betroffen?

Das Ärzteblatt vom Nr. 117/2020 berichtet über die Ergebnisse der Obduktion und weist darauf hin, dass das Durchschnittsalter der Verstorbenen bei etwa 80 Jahren liegt und alle Obduzierten schwere Vorerkrankungen aufweisen. “Zu diesen zählten Herz-Kreislauf-Erkrankungen, COPD (chronische Lungen Erkrankung), Neoplasien, Stoffwechselkrankheiten, Demenz und andere.” Die gute Nachricht lautet also: Die Mehrheit der Bevölkerung hat von der neuartigen, aus China stammenden Variante des Coronavirus wenig zu fürchten. Geschützt werden müssen in erster Linie Menschen ab etwa 75 Jahren und Menschen mit schweren Vorerkrankungen. Zu einer allgemeinen Beruhigung der Lage trägt das allerdings nicht bei.
Die Medien führen unvermindert ihre tägliche Corona-Kriegsberichterstattung mit Meldungen aus dem RKI über Infizierten-Zahlen und Inzidenzen fort, während sich das Infektionsgeschehen gemessen an der Gefährdungslage der Gesamtbevölkerung in den Sommermonate 2020 immer mehr gegen null bewegt. Geschäfte, Gaststätten und Kultureinrichtungen dürfen zwar mittlerweile wieder öffnen, allerdings nur unter Einhaltung strenger “Hygienekonzepte”. Außerdem wird der Bevölkerung das Tragen von Gesichtsmasken an Orten des öffentlichen Lebens und vor allem in Geschäften verordnet.

Singen verboten

Und die Kirchen. Auch sie dürfen im Sommer 2020 wieder öffnen. Singen jedoch ist verboten, es wird die Einhaltung strenger Abstandsregeln gefordert, teilweise müssen sich die Gottesdienstbesucher an den Eingängen die Temperatur messen lassen. Die Austeilung der Kommunion darf nur mit Maske erfolgen, Kelchkommunion ist untersagt, aufgrund der Abstandsregeln muss die Zahl der Gottesdienstbesucher begrenzt werden, eine vorherige Anmeldung ist erforderlich.
Begehren die Kirchen jetzt dagegen auf, sich die Religionsausübung derart beschneiden und sich mit rigiden Reglementierungen gängeln zu lassen. Nicht die Spur. Eine einzige kritische Stimme aus der römisch-katholischen Kirche gibt es. In einem von etwa 40.0000 Menschen unterzeichneten Aufruf warnen einige traditionsorientierte Bischöfe, unter ihnen der Kardinal Gerhard Ludwig Müller, ehemaliger Chef der vatikanischen Glaubenskongregation, vor der Einschränkung der Bürgerrechte unter dem Vorwand der Pandemiebekämpfung. Der Kopf der staatstragenden deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Marx, muss sich umgehend distanzieren. Ein solcher Aufruf mache den Menschen Angst, lässt er verlauten. Die Verbreitung von Angst sieht er nicht in der regierungsoffiziellen und medialen Panikmache, sondern vielmehr in den Stellungnahmen der katholischen Maßnahme-Kritiker. Der einstige alte katholische Kampfgeist um den Glauben und die Abwehr von staatlichen Zumutungen scheint auf dem synodalen Weg irgendwie unter die Räder gekommen zu sein.

Satanisch böse Eingriffe

Pünktlich zur saisonal üblichen Grippesaison im Herbst nimmt die Zahl der Infizierten, die Zahl der behandlungsbedürftigen Fälle mit respiratorischen Atemwegserkrankungen, die auf die Erkrankung Covid 19 zurückgeführt werden, und auch die Zahl der Todesfälle wieder zu. Erneut wird das wirtschaftliche und kulturelle Leben in Deutschland lahm gelegt. Die Kirchen dürfen diesmal unter strengsten Auflagen offen bleiben. Es gilt Maskenpflicht während des gesamten Gottesdienstes, Singverbot, Abstandsregeln, Verbot der Zusammenkunft nach den Gottesdiensten. “Wir machen so etwas nicht mit”, sagt der umstrittene Pastor Tscharntke von der Evangelischen Freikirchlichlichen Gemeinde Riedlingen, “das ist ja keine Gemeinschaft mehr”. Pastor Tscharntke nennt die staatlichen Maßnahmen satanisch bösartige Eingriffe in unsere persönlichen individuellen Freiheiten: “Quasi über Nacht wurde eine totalitäre Herrschaft über die Menschen errichtet”. Dem Pastor wird vorgeworfen, er benutze die “klassische Sprache des Verschwörungsglaubens”.

… und schon bist Du ein Verschwörungstheoretiker!

Der Vorwurf, ein Verschwörungstheoretiker zu sein, hat Konjunktur und trifft all jene, die den gesundheitspolitischen Maßnahmen skeptisch bis ablehnend gegenüberstehen, an der Notwendigkeit der Maßnahmen zweifeln und andere als die offiziell verlautbarten Gründe für die Verhängung der Freiheitsbeschränkungen vermuten. Innerhalb der anwachsenden Protestbewegung gegen die gesundheitspolitischen Maßnahmen schießen in der Tat teilweise abenteuerliche Spekulationen über die „wahren“ Gründe dieser Maßnahmen ins Kraut. Aber ist das ein Wunder?

Die mediale Pandemie

Die vermeintliche Pandemie wird von den meisten Menschen lediglich über die Medien wahrgenommen. Die meisten kennen, Gott sei Dank, niemanden, der wirklich ernsthaft an dieser vermeintlich gefährlichen Pandemie erkrankt geschweige denn gestorben ist. Das heißt nicht, dass es keine Opfer dieser Erkrankungswelle gibt. Es gibt sie sicherlich und allen Erkrankten und ihren Angehörigen sollte die Anteilnahme gelten. Es sind jedoch Gott sei Dank im Hinblick auf die Gesamtbevölkerung so wenige, dass diese Corona bedingte Grippewelle für viele Menschen ein medial vermitteltes Geschehen bleibt. Demgegenüber erleben die Menschen täglich ein mediales Bombardement mit Infektionsraten, Inzidenzen, Opfern und politisch verordneten Restriktionen des wirtschaftlichen, kulturellen, sozialen und religiösen Lebens. Wen wundert es da, das viele das Ganze als eine Inszenierung erleben? Wen wundert es da, das Spekulationen und Theorien über die Hintergründe ins Kraut schießen?
Keine Frage, jeder Tote und erst recht jeder vermeidbare Todesfall ist einer zu viel. Nicht ganz unerheblich für die Beurteilung über die Angemessenheit der freiheitseinschränkenden Maßnahmen ist indes die Tatsache, dass monatlich Zehntausende beispielsweise an den Folgen des Nikotin- oder Alkoholmissbrauchs sterben, ohne dass deshalb das Rauchen oder der Alkohol verboten oder der Verkauf der entsprechenden Produkte untersagt wird. Ähnliche Vergleiche lassen sich auch auf anderen Feldern finden. Um die Berechtigung von bestimmten freiheitsbeschränkenden Maßnahmen zu beurteilen, muss man sie also einerseits in Relation zu ihrem Nutzen und zu ähnlichen Risiken stellen und andererseits kann durchaus berechtigt vor dem Hintergrund einer für viele primär medial vermittelten Bedrohungslage nach die Evidenzen für diese Bedrohung gefragt werden.

Wissenschaftliche Evidenzen

Der Nachweis, ob eine Infektion mit dem neuen Coronavirus vorliegt, wird derzeit hauptsächlich durch den sogenannten PCR-Test erbracht. PCR-Tests weisen Nukleinsäure-Sequenzen nach, die auf das Virus Sars CoV 2 hindeuten. Angeblich schreibt die Firma Creative Diagnostics in der Gebrauchsanweisung ihres PCR-Tests, dass er auch auf andere Keime wie Influenza A und B sowie einige weitere Viren anschlage (van Rossum: 2021. 35). Wenn dem so ist, dann können wir davon ausgehen, dass viele derjenigen, die jetzt angeblich an Covid 19 gestorben sind, ganz anderen Krankheitserregern zum Opfer fielen, beispielsweise der Influenza. Für die Bewertung der gesundheitspolitischen Maßnahmen ist das nicht unerheblich. Dann ist nämlich keineswegs überall, wo Corona draufsteht, auch wirklich Corona drin. Geben die massenhaft durchgeführten PCR Tests also ein verzerrtes Bild der Lage, wie Kritiker der gesundheitspolitischen Maßnahmen immer wieder betonen?
Die Genom-Sequenz des neuen Coronavirus wird erstmalig am 13 Januar 2020 in einer für Wissenschaftler zugänglichen Datenbank, der GenBank, unter der Nummer MN908947 hinterlegt. Am selben Tag geht ein Protokoll für die “Real Time Quanititave Reverse-Transkription-Polymerase-Kettenreaktion an die WHO, der bekannte PCR-Test, erstellt von einem Team unter Leitung von Christian Drosten. Drei Tage später tritt die Charité mit der Bekanntgabe an die Öffentlichkeiten, einen Test für das wahrscheinlich erstmalig in China aufgetretene neuartige Coronavirus entwickelt zu haben. Isolierte Viren haben die Wissenschaftler der Charité dabei nicht zur Verfügung gehabt. Der Test wird auf Grundlage der aus der Datenbank stammenden Genom-Sequenzen entwicklelt, wie das Team um Christian Drosten einräumt. Immerhin reagiert der Test von der Charité nicht auf andere Viren, die noch in den Giftschränken des Berliner Forscherteams lagern und mit dem neuen Test überprüft werden. Die Validierung am Corona-Virus muss man aufgrund des Fehlers von eigenem Virusmaterials den chinesischen Kollegen überlassen, die allerdings schnell die Brauchbarkeit bestätigen.

Was testest der PCR-Test?

Wie funktioniert das Ganze? Die Funktionsweise des Test beruht darauf, bestimmte Gen-Sequenzen mittels synthetischer Gen-Marker, den Primern, zu identifizieren. Ein Nachweis erfolgt gegebenenfalls, wenn man sie in mehreren Zyklen kopiert. Als Standard bei PCR-Tests gelten 35 Zyklen, der Test vom Drosten-Team arbeitet mit etwa 45 Zyklen. Kritiker vermuten, dass es daher zu einer Vielzahl falsch positiver Tests kommt, die dann als asymptomatisch infiziert gelten. Selbst wenn bei 35 und mehr Zyklen noch eine reale Viruslast nachgewiesen werde, so sei die so gering, dass man daraus keine Zellkultur mehr anzüchten könne, eine Infektionsgefahr also auch nicht mehr vorhanden sei. Mit den PCR Test habe man ein wundervolles Mittel, “die Zahl der Fälle nach Belieben hochzuschrauben“, sagen die Kritiker. Die PCR-Tests müssen nur auf eine höhere Zahl von Zyklen eingestellt werden (van Rossum: 2021. 35). Insbesondere bemängeln die Kritiker, das der Test “lediglich ein paar winzige Nukleinsäure-Sequenzen des Genom herauskitzelt, aber keineswegs notwendig ein infektiöses Virus nachweist. Mit anderen Worten: Ein positiv Getesteter ist nicht zwangsläufig ein Infizierter” (van Rossum: 2021. 3). Kaum bekannt ist, dass Corona Mastermind Christian Drosten am 8. September letzten Jahres (2020) selbst einräumt, das nicht jeder positiv Getestete gleichzeitig auch infektiös sei und dies daher zukünftig besser zu unterscheiden sei. Leider ist diese Erkenntnis in der täglichen Corona-Kriegsberichterstattung untergegangen. Letztlich kommt man nicht umhin festzustellen, das die Aussagekraft dieser PCR-Tests, auf denen sämtliche “Inzidenzen” und daraus abgeleitete gesundheitspolitische Maßnahmen beruhen, auf sehr tönernen Füßen steht.
In einem “Merkblatt zur aktuellen COVID-19-Testung des Schweizer Bundesamts für Gesundheit heißt es: ‘Die PCR (Polymerase-Kettenreaktion) ist eine NAT (Nucleic Acid Amplification Technology)-Methode der modernen Molekularbiologie, um in einer Probe vorhandene Nukleinsäure (RNA oder DNA) in vitro zu vervielfältigen und danach mit geeigneten Detektionssystemen nachzuweisen. Der Nachweis der Nukleinsäure gibt jedoch keinen Rückschluss auf das Vorhandensein eines infektiösen Erregers. Dies kann nur mittels eines Virusnachweises und einer Vermehrung in der Zellkultur erfolgen'” (zitiert nach van Rossum: 2021. 35). Leider erfährt man davon in der öffentlichen Berichterstattung nichts.

Sich abfinden oder aufbegehren?

Kehren wir noch einmal zu Paulus zurück. Christen sollen sich der Obrigkeit beugen und nicht aufbegehren, mahnt er. Sollte man sich als Christ also überhaupt mit diesen Fragen beschäftigen, oder ist es nicht besser, sich mit der gegebenen Situation abzufinden und mittels Hygienekonzepte und Abstandsregeln mehr schlecht als recht wenigstens den Betrieb einigermaßen aufrecht erhalten. So praktizieren es derzeit die meisten Kirchen und ihre Gemeinden. Manche möchten das aber nicht einfach hinnehmen. Ein Mitbruder aus der Gemeinde schreibt: “Es gab eine Zeit im alten Rom, da haben Christen wirklich ihr Leben riskiert, um am Gottesdienst der Gemeinde teilzunehmen. Martin Luther hat während seiner Reisen mehrfach Pestgebiete durchquert. Es gibt Briefe aus dieser Zeit. Niemals aber hätte er Gottesdienste in Frage gestellt, obwohl eine (damals viel wahrscheinlichere) Infektion zu knapp 90% den Tod bedeutete. Das gemeinsame ‘Brechen des Brotes und Lesen der Schriften’ (egal, wie es liturgisch in den verschiedenen Kirchen ausgeprägt ist) war schon immer konstitutionell für den Leib Christi und demzufolge nicht verhandelbar. Vor diesem Hintergrund empfinde ich das, was meine Gemeinde im Augenblick als Gottesdienst abliefert, einfach nur noch eine Verhöhnung Gottes und hat für mich mit Lobpreis und Anbetung wenig zu tun.” Ist es eine Verhöhnung? Die Menschen sitzen mit Masken vor dem Gesicht in mehreren Metern Abstand zueinander auf ihren Stühlen. Auch die Lektoren und Lektorinnen tragen häufig Masken und sind manchmal kaum zu verstehen. Die Menschen sind hinter ihren Masken verborgen. Singen ist verboten. Das Singen, durch die Gemeinde oder den Chor, das ist und war aber schon immer einen zentrales Element der christlichen Gottesdienstes, unabhängig von der Konfession. Im Singen kommt die Schönheit der Anbetung zum Ausdruck, es ist darin gleichsam ein Abglanz der Erhabenheit Gottes zu spüren. Jetzt bleiben die Münder geschlossen. Die Christen werden gewissermaßen mundtot gemacht. Die Gebete werden nur noch gemurmelt. Satanisch bösartige Eingriffe, nennt Pastor Tscharntke diese ganze Szenerie.

Corona und Übersterblichkeit

Aber dient das nicht alles dem Schutz der Menschen. Ist das nicht alles notwendig, um weitere Pandemie-Opfer zu vermeiden? Um die Gefährlichkeit des Virus beurteilen zu können, wird beispielsweise über die Frage gestritten, ob die Zahl der Sterbefälle im Jahr 2020 wirklich höher lag als in den Jahren zuvor. Es wird mithin geprüft, ob es für 2020 eine Übersterblichkeit gab. Auf diese Weise wird beispielsweise auch in Zeiten von Grippewellen versucht, einen Überblick über das Ausmaß der Epidemie zu behalten und zu beurteilen, wie sie sich auf die Gesamtsterblichkeit innerhalb eines bestimmten Zeitraums auswirkt. Wenn es um Covid 19 geht, versuchen sowohl jene, die von der Gefährlichkeit der Epidemie und der Notwendigkeit der gesundheitspolitischen Maßnahmen überzeugen wollen, als auch ihre Gegner, ihre Auffassungen mit der allgemeinen Sterblichkeit im Jahr 2020 zu untermauern.
Fakt ist, dass seit 2016 der Anteil älterer Menschen an der Gesamtbevölkerung gestiegen ist. Mehr Alte bedeutet eine höhere Sterblichkeit, auch ohne Corona. Laut statistischem Bundesamt sind im Jahr 2020 in Deutschland etwa 48.000 mehr Menschen gestorben, als im Durchschnitt der Jahre 2016 bis 2019. Und das RKI vermeldet für 2020 etwa 39.000 Menschen, die “an und mit” Covid 19″ gestorben sind. RKI und Statistisches Bundesamt sprechen also von einer Übersterblichkeit für 2020. Andere, wie etwa Göran Kauermann von der Ludwig-Maximilian-Universität München, weisen darauf hin, dass aufgrund der veränderten Altersstruktur eine höhere Sterblichkeit von etwa 48.000 Menschen für 2020 zu erwarten gewesen sei. Kauermann bestätigt aber, dass es einen Anstieg der Todesfälle bei den über 80jährigen in den Wintermonaten gegeben habe. Gleichzeitig sei die Sterblichkeit bei den Menschen um die 40 geringer ausgefallen, was er den Lockdown-Maßnahmen zuschreibt. Aufgrund der eingeschränkten Mobilität hätten sich beispielsweise weniger Unfälle ereignet.
Ein Covid 19 Effekt bezogen auf die Sterblichkeit scheint auf jeden Fall für die Wintermonate nicht von der Hand zu weisen zu sein. Das gilt aber in doppelter Hinsicht. Denn nicht nur das Virus fordert Opfer, sondern auch die vermeintlich notwendigen Maßnahmen zu seiner Eindämmung. Global betrachtet, werden an den Folgen des Lockdowns wesentlich mehr Menschen sterben, als an dem Virus, sagt beispielsweise Entwicklungsminister Gerd Müller (CDU). In Afrika haben die weltweiten Anti-Corona-Maßnahmen zu einer großen Armuts- und Hungerkrise geführt. Aber auch in Deutschland werden wirtschaftliche Existenzen ruiniert, gehen chronisch kranke Menschen nicht mehr rechtzeitig zum Arzt, aus Angst vor Corona oder weil sie eine Überlastung des Gesundheitswesens fürchten, und bringen sich dadurch in Gefahr. Psychologen und Psychiater warnen, dass die Kontaktverbote nachhaltige psychische Folgen insbesondere für Kinder und Jugendliche – aber auch für Alte und Alleinstehende haben. Kritiker der gesundheitspolitischen Maßnahmen argumentierten daher, dass der Lockdown weit mehr schadet, als er nützt. zumal in Ländern wie Schweden etwa, wo es kaum zu solchen Maßnahmen kam, das Virus in Relation betrachtet nicht mehr Opfer gefordert hat als hierzulande.

Widersprüche und die Suche nach Erklärungen

Weil diese Pandemie für einen Großteil der Menschen in erster Linie medial vermittelt ist, suchen viele nach Erklärungen für Widersprüche, die sie in den offiziellen Verlautbarungen und in den regierungsnahen Medien nicht bekommen. In Großbritannien soll es eine besonders ansteckende und viel gefährlichere Virusvariante geben. Die Infektionszahlen jedoch gehen dort seit Februar steil in den Keller. In Deutschland warnt das RKI mittlerweile vor einer dritten Welle aufgrund steigender „Inzidenzen“, die Gesamtsterblichkeit bewegt sich nach einem Anstieg in den Wintermonaten inzwischen jedoch auf dem durchschnittlichen Stand der letzten Jahre. Trotzdem werden die Grundrechte weiterhin in großem Umfang eingeschränkt. Das Mißtrauen wächst. Doch alles, was von der regierungsoffiziellen Darstellung und dem medialen Mainstream abweicht, wird als „Verschwörungstheorie“ bezeichnet. Aber ist es nicht dieser Umgang mit Widersprüchen und Kritikern, der die Suche nach Erklärungen provoziert?

Vermeintliche Alternativlosigkeit spaltet die Gesellschaft

Die gesundheitspolitischen Maßnahmen der Bundes- und Länderregierungen werden als alternativlos dargestellt, wie im Übrigen vieles, was politisch derzeit opportun erscheint. Aber in einer Demokratie sollte nichts als alternativlos ausgegeben werden, außer die demokratischen Rechte und Grundfreiheiten selbst. Das diese Politik nicht alternativlos ist, zeigen die Beispiele anderer Länder, die einen anderen Weg gehen. Man kann darüber streiten, welche Wege erfolgreicher sind. Aber nichts sollte als alternativlos zementiert werden. Das zerstört die Demokratie. Das führt zu einer immer größeren Polarisierung der Gesellschaft, an der sie früher oder später zerbrechen könnte.

Endezeit

Es gibt Christen, insbesondere auf protestantisch-evangeliker Seite, die die Endzeit jetzt bereits anbrechen sehen. Nun ja, wird so mancher einwenden, bei jeder Katastrophe grösseren Ausmaßes in den vergangenen Jahrhunderten haben Menschen die Endzeit heran dräuen sehen. Das ist richtig. Aber der ausgesprochen bibelkundige Roger Liebi beispielsweise sieht einen großen Teil jener Prophezeiungen, die auf die anbrechende Endzeit – die Zeit vor der Wiederkehr von Jesus Christus – als erfüllt an. Was würde das für uns bedeuten? Wir müssen das tun, was wir mit oder ohne Endzeit tun müssen. Ein auf Christus ausgerichtetes Leben führen. Dann wird am Ende alles gut, was immer auch kommt.

… und wie gehen wir mit Corona um?

Und wie gehen wir jetzt als Christen weiter mit Corona um? In einem Blogbeitrag auf der Website des Bundes Katholischer Frauen, habe ich folgenden Kommentar gefunden: „Jesus sagte ich war krank und ihr habt mich nicht besucht (wegen Coronamassnahmen unmöglich gemacht), die Schrift sagt dass wir Gott in Heiligen Lobgesängen preisen sollen und auch das wurde uns genommen, Jesus sagte fürchte nicht und die Angst wird verbreitet, (…)“.
Dagegen muss die Kirche ihre Stimme erheben. Gleichzeitig aber sollten wir selbstverständlich verantwortungsvoll miteinander umgehen. Rücksichtnahme auf und Vorsicht im Umgang mit alten und kranken Menschen sollte eine Selbstverständlichkeit sein. In Zeiten von Corona und überhaupt.
Fortsetzung könnte folgen!

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Rossum van, Walter: Meine Pandemie mit Professor Drosten. Vom Tod der Aufklärung unter Laborbedingungen. Rubikon-Betriebsgesellschaft. Neunkirchen 2021

Übersterblichkeit. Sind 2020 weniger Menschen gestorben als in den Jahren davor? https://www.br.de/nachrichten/wissen/sind-2020-weniger-menschen-gestorben-als-in-den-jahren-davor,SMB28FG?UTM_Name=Web-Share&UTM_Source=E-Mail&UTM_Medium=Link. Abgerufen am 09.03.2021

Sterblichkeit im Januar 2021 deutliche erhöht. https://de.statista.com/infografik/21523/anzahl-der-sterbefaelle-in-deutschland/6

Massive Kritik an Pandemie-Behörde. https://m.focus.de/gesundheit/news/massive-kritik-an-pandemie-behoerde-statistiker-holt-zur-rki-schelte-aus-corona-daten-eine-einzige-katastrophe_id_12927819.html

Mehr Corona-Opfer durch Lockdown als durch das Virus. https://www.berliner-zeitung.de/gesundheit-oekologie/mehr-tote-durch-lockdown-als-durch-corona-in-afrika-hat-die-pandemie-die-krisen-massiv-verschaerft-li.108228

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