Apr 09 2013

Politik des Postfordismus

Autor: . Abgelegt unter Politik und Alltag

Zurückdrängung des Einflusses der Gewerkschaften, Flexibilisierung der Produktion. Senkung der Reallöhne der abhängig Beschäftigten. Ab- beziehungsweise Rückbau der sozialen Sicherungssysteme. Zunahme der Einkommensspreizung, Privatisierung von Staatsunternehmen und Einrichtungen der gesellschaftlichen Infrastruktur wie Post, Bahn, Telekommunikation und Energieversorgung. Deregulierung des Finanzsektors und Öffnung des Marktes für Kapitalgeschäfte und Finanztransaktionen. Verarmung des unteren Drittels der Bevölkerung, zunächst insbesondere in Großbritannien, aber auch in anderen Ländern Westeuropas, Flexibilisierung der Arbeitswelt. Zunahme ungesicherter Arbeitsverhältnisse gegenüber den tariflich abgesicherten sogenannten Normalarbeitsverhältnissen, Zeitarbeit, prekäre freiberufliche Tätigkeiten. Vor diesem Hintergrund eine zunehmende soziale Spaltung der Gesellschaft. Verdichtung der Arbeitsprozesse, Erhöhung der Leistungsanforderungen an die Beschäftigten hier, Zunahme der offenen oder verdeckten Arbeitslosigkeit dort. Zunahme von psychischen Erkrankungen, Stress- und Burnout-Syndrom, Depressionen. Ökonomisierung des Gesundheitswesens, Verschlechterung der Gesundheitsversorgung für die Normalbevölkerung. Und so weiter!
Alles in allem: Ein superber Job. Das sollte man allerdings nicht einer Person anlasten. Es ist vielmehr Teil einer Struktur, deren Logik sich immer größere Teile der Gesellschaft, der Staaten, des Weltsystems unterwirft, vielleicht unterwerfen muss, um überhaupt weiter funktionieren zu können. Es ist eine fatale Logik und sie beinhaltet: Umwandlung von Ressourcen, stofflichem natürlichen Reichtum, menschlicher Kreativität und menschlicher Arbeit in ein Abstraktum, in Geld, und Umwandlung von Geld in Kapital, also in den sich selbst verwertenden abstrakten Wert. Daran geht so pö a pö die Welt kaputt. Wir allerdings vertrauen darauf, dass sich etwas verändern wird.

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