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Requien für Schwester Humiliana
Requien für Schwester Humiliana

Schwester Humiliana: Heimgang einer orthodoxen Benediktiner-Oblatin

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Ein bewegtes und von der Treue zu Christus und seiner Kirche geprägtes Leben hat sich dem Ende zugeneigt. Am frühen Morgen des 16. Juli 2021 ist die Klaustral-Oblatin Schwester Humiliana Rita Maria Sabisch im orthodoxen Benediktinerkloster Mariae Himmelfahrt in Eisbergen-Porta Westfalica friedlich entschlafen. Der Konvent Mariae Himmelfahrt in Eisbergen steht seit seit 2013 unter der Jurisdiktion des Ersthierarchen der Russischen Orthodoxen Kirche außerhalb Russlands (ROCOR), Metropolit Hilarion von New York.

Treue zur überlieferten römischen Liturgie

Schwester Humiliana in Köln
Schwester Humiliana stand ihr ganzes Leben lang treu zu überlieferten römischen Liturgie und hat, als diese in der römisch-katholischen Kirche durch die Liturgiereform nach dem II. Vatikanischen Konzil über Bord geworfen wurde, den Weg in eine sogenannte Westritus-Gemeinschaft in der Orthodoxie gefunden. In Eisbergen wird der alte römische Ritus in seiner ursprünglich überlieferten Tradition gefeiert. Das Kloster Eisbergen ist, neben einer kleinen nicht-kanonischen orthodoxen Gemeinde in Flensburg und Kiel, der einzige Ort in Deutschland mit einem westlichen, respektive römischen Ritus innerhalb der Orthodoxie. Weitere orthodoxe Westritus-Gemeinschaften gibt es unter anderem in den USA, in Großbritannien und in Schweden.

Anschluß an die Ordensgemeinschaft in Köln

Als Schwester Humiliana in den achtziger Jahren des letzten Jahrhunderts zum Konvent kam, war die Gemeinschaft in Köln ansässig. Damals hatten die Brüder durch unglückliche kirchenpolitische Umstände gerade ihre Jurisdiktion unter Bischof Germain von der Eglise Orthodox de France verloren und waren auf der Suche nach einer neuen kirchlichen Heimat.
Die Heilige Messe wurde seinerzeit in einer kleinen Kölner Kapelle gefeiert. Hier schloß sich Schwester Humiliana als Oblatin der Ordensgemeinschaft an. Im Jahr 2013 zog der Konvent in ein größeres Anwesen nach Eisbergen um und wurde bald darauf von der Russischen Orthodoxen Kirche im Ausland aufgenommen. Schwester Humiliana war zu diesem Zeitpunkt seit fünf Jahren verwitwet und folgte den Mönchen kurzentschlossen nach Eisbergen. In der ersten Zeit bewohnte sie eine kleine Wohnung in Klosternähe. Als sie immer gebrechlicher wurde, holten die Mönche sie als Klaustral-Oblation ins Kloster, wo sie bis zu ihrem Tod liebevoll gepflegt wurde.

Natürliche Fortsetzung des katholischen Glaubenslebens

Für Schwester Humiliana war der Eintritt in den orthodoxen Konvent kein Bruch, sondern vielmehr eine natürliche Fortsetzung ihres katholischen Glaubenslebens und ihrer Treue zu den katholischen Traditionen. Sie wurde am 31. August 1929 in Beuthen, Ostpreußen, geboren und römisch-katholisch getauft. In ihrer Kindheit und frühen Jugend tobte der II. Weltkrieg und als sie gerade 16 Jahre alt war, erlebte sie das Kriegsende und den Einzug der Roten Armee. Bald darauf wurde ihre Heimat Teil des polnischen Staates. Schwierige Jahre brachen für sie und ihre Familie an. So entschied man sich zur Flucht nach Deutschland. Hier fand Schwester Humiliana zunächst in Halle eine neue Heimat. Doch schon bald musste sie erleben, dass ihr das Leben als gläubige Katholikin vom sozialistischen Staat immer schwerer gemacht wurde. Sie wollte so weit wie möglich weg vom sozialistischen Regime und so verschlug es sie ganz nach Westen, nach Köln, wo sie heiratete und eine Familie gründete.

In Dankbarkeit

Requien für Schwester Humiliana
Schwester Humiliana wäre Ende August 92 Jahre alt geworden. Fast bis zu ihrem Lebensende hat sie regelmäßig an den Messen und Stundengebeten im Kloster Mariae Himmelfahrt teilgenommen. Als das nicht mehr möglich war, wurde die Feier der Stundengebete kurzerhand in Schwester Humilianas Klosterzelle gelegt. „Wir haben Schwester Humiliana viel zu verdanken, und die Schwester hat auch uns einiges zu verdanken“, sagte Abt Thomas in seiner Predigt anlässlich des feierlichen Requiems, das noch am Abend des 16. Julis im Kloster gefeiert wurde.

Schwester Humiliana - Begräbnis in Köln
Am Freitag den 23. Juli wurde Schwester Humiliana von Abt Thomas und anderen Mitgliedern des Konvents gemeinsam mit Familienangehörigen und Freunden zu Grabe getragen. Möge sie ruhen in Frieden. Requiescat in pace!

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