Mai 25 2014

Nachtrag zum 1. Mai

Autor: . Abgelegt unter Kultur und Alltag

Armbinde. Aufschrift: Ordner. Daneben rote Plastiknelke.

Der erste Mai – der ist doch schon lange vorbei!

Ich bin spät dran. Der erste Mai ist seit 24 Tagen vorbei! Aber neben meinem Schreibtisch liegt noch ein ganzer Stapel an Zettelchen, Broschüren und Zeitungen, die mir bei der hannoverschen DGB Kundgebung in die Hand gedrückt wurden. Selbige fand in diesem Jahr übrigens das erste Mal auf dem Trammplatz vor dem neuen Rathaus und nicht wie die Jahrzehnte zuvor auf dem Klagesmarkt statt.
Das ganze Konvolut kommt jetzt jedenfalls ins Altpapier. Zuvor soll aber noch festgehalten werden, was für Sprüche und Parolen zum ersten Mai 2014 in Hannover die Runde machten:

  • „Mindestlohn: Falscher Schritt in die richtige Richtung“ titelt die DKP in ihrem Hannoverschen Volksblatt. Oder vielleicht doch: Richtiger Schritt in die falsche Richtung? Schon klar: Den Sozialismus in seinem Lauf, hält weder Ochs noch Esel auf.
  • „Klartext: Die MLPD* nimmt Stellung: Kampf der Ausbeutung von Mensch und Natur – echter Sozialismus!“ Leute, geht in Deckung. “Echten Sozialismus” gab es für die von 1918 bis 1952 in Russland beziehungsweise der Sowjetunion. (*Marxistisch-Leninistische Partei Deutschlands)
  • Ein Jugendbündnis ruft auf: „Internationale Solidarität statt Festung Europa“. Solidarität ist ja nicht schlecht. Fragt sich jetzt, welche Internationale?
  • „Grenzenlos Solidarisch – Für eine Demokratie von unten!“ Fordert das Bündnis Blockupy. Ich weiß ja nicht: Eine „Demokratie“ von ganz unten ging hierzulande schon mal ganz nach hinten los.
  • Hier und in Europa. Die Verhältnisse ändern (…)“ fordert Die Linke. Soweit d’accord . Zu Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.
  • „Marx is muss 2014“ meint ein Bündnis, unterstützt von Taz, Junge Welt und Neues Deutschland. Marx? Opium für Atheisten!
  • „Rebellion gegen die EU ist Gerechtigkeit.“ Oh weia, schon wieder die MLPD. Gerechtigkeit? Tod oder Sibirien!
  • Die MLPD lässt nicht locker: „Gegen das Europa der Banken und Konzerne“. Für das Europa der Zentralkomitees und Politbüros? Och nee!
  • Und noch mal die MLPD: „Wie ‚humanitär’ ist die Flüchtlingspolitik wirklich? Lager machen krank“. Stimmt. Hinzuzufügen bleibt: Auch der Archipel Gulag war alles andere als gesundheitsfördernd.
  • Last not least: „Säkular? Na klar“ meint der Internationale Bund der Konfessionslosen und Atheisten. Na, die werden dereinst Augen machen.

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