Vom Geist zum Gaspedal: Wenn das Fasten politisch wird

Karikatur - Fasten fĂĽr das Klima

In der Westkirche, vornehmlich also in der römisch-katholischen Welt und ĂĽberall dort, wo sich die Kirche nach dem gregorianischen Kalender richtet, hat am gestrigen Mittwoch den 17. Februar mit dem Aschermittwoch die BuĂź- und Fastenzeit 2026 begonnen. Obwohl die Sache mit dem Fasten vielerorts im Westen nicht mehr so eng gesehen wird, ist das „Fasten“ in den letzten Jahren teilweise wieder on woke geworden. Doch mit der ursprĂĽnglichen Intention, nämlich dem Verzicht auf bestimmte Nahrungsmittel und insgesamt um ein Weniger zur Neujustierung des eigenen geistlichen Weges, hat das inzwischen nur noch wenig zu tun. Stattdessen wird etwa „Fernsehgefastet“, Handygefastet oder Autogefastet. Immer beliebter wird auch das sogenannte „Klimafasten“. Und da will in den Zeiten des politisch-korrekten rotgrĂĽnen Feldzuges gegen den KLIMAWANDEL die römische Kirche, beispielsweise in ihrem Bistum Hildesheim, nicht zurĂĽckstehen. Hier wird in diesem Jahr allseits tolerant und politisch ganz auf der Höhe der Zeit ökumenisch gefastet: FĂĽr Klimaschutz und Gerechtigkeit. „Das Klimafasten in diesem Jahr lädt dazu ein“, heiĂźt es auf der Homepage des Bistums Hildesheim, „gemeinsam zu entdecken, wie beides zusammenpasst. Wie ein Leben gelingen kann, das unsere natĂĽrlichen Ressourcen nicht ĂĽberstrapaziert und die Erderhitzung nicht weiter beschleunigt. Und das gleichzeitig nicht eng und kleinlich ist, sondern die FĂĽlle feiert.“ Nicht „eng und kleinlich“ sondern in FĂĽlle verzichten gegen den Klimawandel, das ist der CO2-neutrale deutsche Katholizismus auf dem postkonziliaren synodalen Weg ins 21. Jahrhunderts. Damit auch nicht der Hauch eines Verdachtes aufkommen kann, man sei irgendwie konservativ, “Klimaleugner” oder gar rechts(populistisch).
Die Fastenzeit war auch in der römischen Kirche über Jahrhunderte hinweg ein klar definierter Weg der inneren Neuausrichtung auf den eigenen Heilsweg und damit auf Gott. Es war eine Zeit der Abkehr von persönlichen Begierden und der bewussten Vorbereitung auf das Hochfest Ostern. Es ging darum, die Beziehung zum Göttlichen zu erneuern und zu vertiefen, sich vom Weltlichen und von stofflichen Befriedigungen zu emanzipieren und sich durch Umkehr, Einsicht und Buße um eine innere Transformation zu bemühen und das Geistige (wieder) in den Vordergrund zu rücken. Und für viele traditionell orientierte Christen, in den orthodoxen Kirchen ohnehin, aber auch in der römisch-katholischen Kirche, ist das auch glücklicherweise immer noch so. Wenn die katholischen Bistümer inzwischen ganz andere Akzente setzen, dann vertiefen sie damit gleichzeitig die innerkirchlichen Gräben zu ihren traditionsorientierten Gläubigen.
Mit dem Klimafasten setzten die Kirchen einen auf die Welt gerichteten Akzent. Das sogenannte Fasten wird politisiert und rekurriert auf politische Anschauungen einer tendenziell linken und grünen Agenda. Damit rücken politische Absichten und Positionen in das Zentrum einer eigentlich auf das Spirituelle ausgerichteten Zeitspanne. Der ursprüngliche Sinn der Fastenzeit verkehrt sich ins Gegenteil und die Politisierung des Spirituellen führt zu einer Abkehr von der eigentlichen Intention: Der Vertiefung der Beziehung zum Göttlich-Transzendenten. Wer das Fasten zur Klimarettung umdeutet, mag zwar den Zeitgeist bedienen, doch er verwehrt den Christgläubigen den Raum für das, was Fasten eigentlich sein sollte: Eine radikale Umkehr zu Gott.

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