Notizblaettchen: Katholisch + Altkirchlich + Recht Gläubig

20. März 2018
von schorsi
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Das Passah-Licht der Liebe (32)

Frühling

Die Tage werden länger. Die Welt wird lichter. In einigen Tagen, von Samstag auf Palmsonntag, werden die Uhren auf Sommerzeit gestellt.

In zwei Wochen feiern wir das Licht, das die Welt erleuchtet. Jenes Licht, das Weihnachten in die Welt kam, wird nun zum strahlenden Glanz. Ostern. Passah.

Gütiger Gott, entzünde in uns das Passah-Licht der Liebe.

19. März 2018
von schorsi
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Dienen (31)

liturgie

In der Feier der heiligen Eucharistie geht es nicht um ausgefallene Inszenierungen, nicht um Show und nicht um irgendwelche Attraktionen. Es geht darum, mit jener Wirklichkeit in Beziehung zu treten, die wir Gott nennen. Es geht um die Vergegenwärtigung des Heilsgeschehens, das uns mit Christus, seiner Verkündigung, seinem Leben, seinem Tod und seiner Auferstehung geschenkt wurde. Und gerade darum geht es in der Liturgie um die Wiederholung des Immergleichen (…),

schreibt die katholishe Jouranistin Christina Rietz. Ich sehe das auch so.

In unserer Gemeinde gibt es indes immer mal wieder Initiativen, um die Liturgie (um)zugestalten. Diesmal für das Pfingstfest.
Ich wurde gebeten, dort mitzuwirken. In der Regel pflege ich auf so ein Ansinnen zu sagen: “Wozu Liturgie-AG(?), wir haben doch ein Messbuch.” Diesmal war die Bitte jedoch eindringlicher – und ich fühlte mich auch ein bißchen geschmeichelt. Aber: je näher dieses Treffen rückt, umso mehr merke ich, dass mir das nicht passt.
Ich werde also immer unleidlicher und gebe meinem Mißmut auch in Wort und Schrift Ausdruck.
Ich wünsche mir bei so etwas mehr Gleichmut, mehr Duldsamkeit.

Gütiger Gott, schenke mir mir Gleichmut und Duldsamkeit. Laß mich lieben und verstehen, dass andere Menschen Dir auf auf eine andere Art und Weise dienen wollen, als es mir persönlich gefällt.

18. März 2018
von schorsi
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Heiliger Gott (30)

Erhalte in mir die Sehnsucht nach Dir, heiliger Gott. Führe mich auf den Weg, auf dem ich zu Dir ins Licht gelange. Lass mich mit gereinigtem Herzen das Pascha Christi feiern, damit in mir erstirbt, was mich von Deiner Gnade trennt und ich mit und in Christus auferstehen kann. AMEN

17. März 2018
von schorsi
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Osten Westen Westen Osten (29)

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Gestern habe ich über das Verhältnis von Westkirche und Kirche des Ostens nachgedacht. Mein Gedanke dazu: Obwohl der katholischen Kirche, der Westkirche mithin, seit der Aufklärung immer wieder Wissenschaftsfeindlichkeit vorgeworfen wurde, verkörpert sie doch letztlich in einer historischen Perspektive den Vernunftaspekt des Christentums. In der Kirche des Ostens hingegen hat sich das mystische Christentum bewahrt.
Ich sollte mich damit demnächst einmal etwas intensiver befassen.

In mir selbst möchte ich gern beides bewahren, Westliches wie Östliches in mir lebendig halten.

Gütiger Gott, hilf mir, das, was in Deiner Kirche gegensätzlich sich ausdrückt, in mir selbst im Kleinen zu versöhnen.

16. März 2018
von schorsi
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Der Weg zu dir selbst (28)

Collage mit Text: Der Weg, der dir gezeigt wird, ist nicht weit. Du musst deinem Gott nur bis zu dir selbst entgegen gehen.

Cella Sankt Benedikt, Logion März 2018: Der Weg, der dir gezeigt wird, ist nicht weit. Du musst deinem Gott nur bis zu dir selbst entgegen gehen.

Ich fürchte, der Weg zum eigenen Selbst ist manchmal der längste und steinigste, den man sich vorstellen kann. Mir selbst kommt es jedenfalls so vor, wenn ich auf mein Leben blicke. Aber vielleicht ist er für andere Menschen ja auch kürzer.

Gütiger Gott, führe mich auf den Weg zu Dir in mir selbst.

15. März 2018
von schorsi
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Gier (27)

Collage: Gier

Sehnsucht kann sich in Gier verwandeln, wenn sie sich mit dem Gift der Angst mischt. Hat die Gier erst einmal Macht, kann sie alle ethischen Maßstäbe sprengen.

Die Gier wird nur geheilt, wenn sie in Sehnsucht verwandelt wird. Es ist letztlich ein spiritueller Weg, der mich von meiner Gier befreien kann. Nicht indem ich sie mir verbiete, wird sie sich wandeln, sondern indem ich sie zu Ende denke und sie wieder in Sehnsucht verwandle.

Danke, das Du mir die Kraft und die Einsicht gibst, die Gier zurückzuverwandeln in Sehnsucht.

14. März 2018
von schorsi
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Trägheit (Akedia) (26)

Schwer. Leicht. Bewegung. Starre. Aus der Haut fahren. Ist unmöglich.

Schwer.
Leicht.
Bewegung.
Starre.
Aus der Haut fahren.
Ist unmöglich.

Der Mönch Evagrius Ponticus (4. Jahrhundert) schildert die Akedia recht humorvoll. Da ist ein Mönch in seiner Zelle und liest Bibel. Dann schimpft er, dass das Licht nicht hell genug ist. Außerdem ist er schläfrig. Er nimmt die Bibel als Kissen. Aber er schläft nicht gut darauf, weil es hart ist. Er steht auf, schaut zum Fenster heraus, ob nicht ein Mitbruder kommt, um ihn zu besuchen. Dann beschwert er sich über die hartherzigen Mitbrüder.

Er geht wieder in seine Zelle, doch dann regt er sich auf, dass sie überall feucht ist. Schließlich juckt ihn sein Mönchskleid, das er anhat. Er möchte am liebsten aus der Haut fahren. Schuld sind immer die andern.
(…)

Akedia ist die Unfähigkeit, im Augenblick zu sein. Immer möchte man woanders sein. Man hat weder Lust zum Beten noch zum Arbeiten, ja nicht einmal zum Nichtstun. Das, was gerade ist, ist immer schlecht. Aber wenn man etwas anderes tut, ist man auch nicht zufrieden.

Die Mönche sagen, dass der Dämon der Akedia die Seele des Menschen auseinanderreißt. Er hat keine Mitte mehr. Er ist nicht bei sich. Die Mönche nennen diesen Dämon auch den Mittagsdämon, weil er gerade um die Essenszeit auftaucht. Quelle: Erzdiözese Wien. 7 Todsünden. Trägheit

Gütiger Gott, schenke mir die Kraft und den Willen, meine Trägheit zu überwinden. Lass mich immer mehr zu Deiner Nähe in meiner Mitte finden!

13. März 2018
von schorsi
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Glaubens-Bild (25)

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Wir scheinen einen Hang dazu zu haben, das Göttliche von uns abzutrennen (..)

schreibt Stefan, der Seelengrund-Blogger. Ja, wir veräußerlichen Christus im Glauben. Wir schaffen ein Glaubenskonstrukt, indem wir das Göttliche in ein Glaubens-Bild von Gott verlagern. An dieses Glaubensbild kann man eben glauben oder nicht glauben. Seine deutlichste Ausprägung hat diese Form der Glaubenskonstruktion im lutherischen Protestantismus gefunden. Sola Fide.
Aber in diesem Fastentagebuch soll es um mich gehen. Wo schaffe ich mir ein von mir abgespaltenes Glaubensbild. Oder brauche ich vielleicht sogar ein solches Bild? Brauche ich einen Ort, an dem ich dieses Bild platziere, die Kirche/den Tempel, den Himmel, das Jenseits? Damit ich es von dort aus wieder in mich hineinholen kann?

Christus, hilf mir, zu Deinem Tempel zu werden.

12. März 2018
von schorsi
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“Jesustum” (24)

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Zu den Websites, die mich interessieren, gehört der Blog Seeelengrund. Der Autor ist ein Mensch, der wohl, wenn ich es an meinem Erfahrungshorizont messe, tiefergehende mystische Erfahrungen macht. In einem seiner letzten Beiträge schreibt er: ”

In den vergangenen zweitausend Jahren Kirchengeschichte hat man kein Christentum entwickelt, sondern ein Jesustum erschaffen. Man hat einen Menschen vergottet, statt Gott im Menschen zu erkennen.
Wir scheinen einen Hang dazu zu haben, das Göttliche von uns abzutrennen. Verstehen wir wirklich nicht, was es bedeutet, „mit dem heiligen Geist getauft“ zu sein (Mk 1,8; Apg 19,2 ff.)?

Meine erste Reaktion, als jemand, dem Kirche etwas bedeutet und der im Dogma ein Gerüst sieht, an dem die eigene Beziehung zu Gott wachsen kann, ist Abwehr. Aber das ist schlecht.
Etwas abwehren muss ich, wenn ich mich bedroht sehe. Was ist an diesem Text für mich bedrohlich. Vielleicht die Infragestellung des eigenen Erfahrungs- und Reflexionshorizonts? Trenne ich das Göttliche von mir ab, obwohl ich der Meinung bin, nach diesem Göttlichen zu suchen. Bedeutet es schon eine Abtrennung, wenn ich Christus – auch – als ein Gegenüber sehe, weil ich noch weit weit von der Vergöttlichung entfernt bin, nach der ich mich sehne.
Vielleicht fühle ich mich auch ein bisschen klein gemacht, durch diese Sätze des Seelengrund-Bloggers. Aber wichtig ist, dass sie überhaupt eine Wirkung in mir entfalten. Das ist weit mehr, als ich von Vielem, was sich sonst so findet im weltweiten Netz, sagen kann. Und vielleicht gelingt es mir ja, diese und ähnliche Texte nicht mehr als Bedrohung sondern als Herausforderungen zu sehen. An denen ich mich abarbeiten (vielleicht wachsen?) kann. Nicht auszuschließen, dass mich das dem Göttlichen auch ein Stück näher bringt.

Her Jesus Christus,
Du Licht vom Lichte.
Lass Dein Licht leuchten in mir.
Erfülle mich mit Deiner Gegenwart,
Nimm alles weg, was mich von Dir trennt.
Stille Du, Christus, mein Verlangen.
Und vergib mir meine Sünden.