Monatsarchiv für April 2014

Apr 26 2014

Erfolg der Frauenordination? Welcher Erfolg?

Autor: . Abgelegt unter Altkatholizismus

frauenordination
In der alt-katholischen Kirche wird immer mal wieder etwas nebulös der „große Erfolg der Frauenordination“ beschworen. Worin könnten die Erfolge der Frauenordination liegen, sieht man einmal davon ab, das einige Befürworter die Frauenordination als solche bereits als Erfolg feiern?
Etliche Freunde und Mitglieder, ja ganze Teilkirchen, haben der Utrechter Union der alt-katholischen Kirchen nach Einführung der Frauenordination den Rücken gekehrt.
Die alt-katholische Kirche hat sich gespalten. In Deutschland haben einige altkatholische Kritiker der Frauenordination eine „neue Kirche“, die sogenannte „Christ-Katholische Kirche Deutschlands“, gegründet.
Die Verhandlungen mit den orthodoxen Kirchen über eine Kirchenunion liegen seit Einführung der Frauenordination quasi auf Eis. Zwar hat es zwischendurch noch einmal Gespräche gegeben, die führten aber zu keinerlei Ergebnis.
Die Gräben zwischen den katholischen Kirchen in apostolischer Sukzession sind durch die Einführung der Frauenordination größer geworden.
Eine stolze Bilanz. Es ist eindeutig: Frauenordination spaltet die Kirche ist ein voller Erfolg.

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Apr 25 2014

Beten – lohnt sich immer!

Autor: . Abgelegt unter Religion und Alltag

Gleißendes Licht eines Sonnenuntergangs
„Wenn et Bedde sich lohne däät, wat meinste wohl, wat ich dann bedde däät, bedde däät“. Im Jahr 1982 waren diese Zeilen des Lieds „Wenn et Bedde sich lohne däät” erstmalig auf dem neu veröffentlichten BAP-Album „Von drinne noh drusse” zu hören. Sänger und Chef der Band war – und ist noch heute – der im Jahr 1951 in Klön geborene Wolfgang Niedecken.
Niedecken stammt aus einem katholischen Elternhaus, in einer Talkshow berichtet er, wie sehr sein Vater darunter gelitten habe, dass er als wiederverheiratet Geschiedener nicht mehr zur Kommunion gehen durfte. In der gleichen Talkshow hat Niedecken hat davon erzählt dass er als Schüler in einem katholischen Internat von einem Geistlichen, der auch sein Beichtvater war, misshandelt worden sei.
Und so ist Niedecken wohl irgendwann das Gottvertrauen und die Erfahrung der heilsamen Wirkung des Betens abhanden gekommen. Das ist schade, sind es doch alles sehr ehrenwerte Anliegen, die er da besingt und um die er beten würde, wenn. Niedecken vertritt in seinem Lied eine weit verbreitete Vorstellung vom Beten. Beten ist darin gleich bitten, und wenn das Erbetene sich nicht erfüllt, ist das Beten eben sinn- oder erfolglos gewesen. Als sei das Beten so etwas wie eine Bestellung, die man bei Gott aufgibt und abwartet, dass sie geliefert wird.
Bittgebete haben ihre Berechtigung. Aber in erster Linie geht es beim Beten darum, sich auf Gott hin auszurichten, die Beziehung zu Gott zu suchen und sich ganz auf Ihn hin zu orientieren. Das ist manchmal sehr schwer, weil wir den Kopf nicht frei kriegen von unseren Alltagsangelegenheiten, Verpflichtungen, Gedanken und Gefühlen. Aber Beten ist der Versuch, all das für die Zeit des Gebets loszuwerden und sich ganz dieser anderen Dimension, dieser anderen Wirklichkeit, dem Dreieinigen Gottes hinzugeben. Beten ist so etwas wie das Bemühen, in Beziehung zu treten, sich auf Gott hin zu öffnen.
In der Ostkirche wird insbesondere von den Mönchen regelmäßig das Herzensgebet praktiziert. Der Betende versucht, innerlich still und leer zu werden, sich von allem Störenden zu befreien und einen inneren Raum für die Anwesenheit Gottes zu schaffen. Dazu dient dem Betenden das Gebetswort, das er permanent leise oder in Gedanken vor sich hin spricht. Beispielsweise: „Herr Jesus Christus, Du Sohn Gottes, erbarme Dich meiner“. So wird, wenn wir diese große Gnade erfahren dürfen, Jesus Christus durch das Gebetswort im Betenden gleichsam wieder neu präsent. Aber diese liebende Begegnung ist immer ein Geschenk, wir können und dürfen sie nicht erzwingen, wir können nur versuchen, ihr den Boden zu bereiten. Manchmal öffnet sich dann ein kleiner Spalt der Tür zum Göttlichen, zum Himmelreich – und ein kleiner Widerschein der brennenden Liebe, die hinter dieser Tür liegt, scheint zu uns und in uns durch. Das kann eine überwältigende Erfahrung sein und lässt uns etwas von der ungeheueren Größe und Liebe Gottes erahnen, auf die sich unsere ganze Sehnsucht richtet.
Beten lohnt sich immer!

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Apr 22 2014

Mal ordentlich zugetazt: Atheismus und Antisemitismus

Autor: . Abgelegt unter Religion und Alltag

aufgeschlagene taz
Früher, ich gestehe es, war ich selbst mal Taz-Leser. Das ist schon lange her. Heutzutage kräuseln sich mir oft (nicht immer) Fußnägel, wenn ich dieses neoatheistische Blättchen lese. Aber: es gibt, wie wir wissen, Zeichen und Wunder. So hat mir etwa ein Beitrag, der vor einigen Jahren zum Thema Atheismus und Antisemitismus veröffentlicht wurde, ganz gut gefallen.

Gäbe es keine Religion mehr, so wären die wesentlichen Probleme der Menschheit gelöst, das jedenfalls suggerieren Neoatheisten wie Richard Dawkins, Christopher Hitchens oder Michael-Schmidt-Salomon, Vorstandssprecher der religionsfeindlichen Giordano Bruno Stiftung. Letzterer ist Mitautor einer als Kinderbuch präsentierten Publikation mit dem Titel “Wo bitte geht’s zu Gott . . .?”, das in Verdacht geraten ist, antisemitisch zu sein. Das ein selbstgerechter, zur Ideologie und Ersatzreligion geronnener Atheismus schnell in gefährliche Nähe zum Antisemitismus gerät, zeigt der Kulturjournalist Alexander Kissler in seinem Text “Die Wut auf die Differenz”. Der Weg von der Religionskritik zum Antisemitismus war schon immer kurz, sagt Kissler, ob zur Zeit der Aufklärung oder im heutigen Atheismus.

“Kann ein Buch, das von einer “Denkfabrik für Humanismus und Aufklärung” gefördert wird, antisemitisch sein? Vor dieser Frage stand die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Schriften. Sie musste am vergangenen Donnerstag auf Antrag des Familienministeriums entscheiden, ob ein Kinderbuch mit dem Titel “Wo bitte geht’s zu Gott . . .?” auf den Index wandert.

Unter der Schale des inkriminierten Kinderbuches verbirgt sich ein Pamphlet für atheistische Erwachsene. Nicht aber wegen der Verwirrung der Kategorien, nicht wegen des Anliegens, Gläubige als wahnverfallene Menschen zu brandmarken, erhitzte die von der Giordano-Bruno-Stiftung geförderte und verteidigte Bilderschrift die Gemüter. Auch die schlechtesten, schlichtesten Bücher muss eine liberale Gesellschaft erdulden. Schwer aber wog der Verdacht, hier sei an einigen Stellen die Grenze von der Religionskritik zum Glaubens- und zum Judenhass überschritten. Der Religionspädagoge Albert Biesinger urteilte, diese “Hetze gegen Juden” sei indiskutabel. Micha Brumlik hielt den Verbotsantrag für berechtigt, Stefan Kramer vom Zentralrat der Juden nannte “Wo bitte geht’s zu Gott?” gefährlich und befürwortete eine Indizierung dieses “Machwerks”.

Es kam anders: Das zwölfköpfige Gremium entschied sich gegen eine Indizierung. Die mögliche Verletzung religiöser Gefühle erfülle nicht den Tatbestand der Jugendgefährdung. Trotz dieses Urteils kehrte mit der Debatte um das “Ferkelbuch” die Nachtseite einer atheistisch zugespitzten Aufklärung zurück in die Öffentlichkeit. Diese Nachtseite ist die Versuchung zum Antisemitismus. Ganz gewiss predigt der Autor, zugleich Vorstandssprecher der Bruno-Stiftung, keinen eliminatorischen Antisemitismus. Die Verachtung richtet sich gegen alle Religionen und Religionsvertreter. Die Hauptfiguren des Buches, ein Ferkel und ein Igel, gelangen schließlich zu folgender Erkenntnis: “Wer Gott kennt, dem fehlt etwas! Nämlich hier oben . . .”, sagt das Ferkel und tippt sich lachend an die Stirn.

So lautet die Conclusio nach der Begegnung mit einem wütenden Imam, einem zornigen Bischof, den die Tiere einen “Menschenfresser” nennen ob seiner Vorliebe für Hostien, und einem orthodoxen Rabbiner. Dieser hat schiefe Zähne, Schläfenlocken und Vollbart, trägt ein Kassengestell und erhebt drohend beide Zeigefinger. Er redet von der Sintflut und wird schrecklich laut. Er geht dem Bischof mit einer Torarolle an die Gurgel.

Der Verbotsantrag nahm solche Darstellungen eines “wütenden Mannes mit entgleisten Gesichtszügen” zum Beleg, hier werde die jüdische Religion als “besonders menschenverachtend, grausam und mitleidslos” denunziert. Zumindest wäre eine solche Stoßrichtung weder neu noch originell. Seit der Geburt des Monotheismus, der das Pantheon der grausamen, launischen Götter ablöste, müssen Juden wie Urchristen sich gegen Vorwürfe zur Wehr setzen. Unlängst hat Peter Sloterdijk daran erinnert: “Schon gebildete Römer der frühen Kaiserzeit fühlten sich vom Separatismus der Juden so sehr irritiert, dass sie ihnen den Titel ,Feinde des Menschengeschlechts’ anhefteten, den Cicero ursprünglich zur Ächtung von Seeräubern geprägt hatte. Noch der junge Hegel notiert ganz konventionell: ,Ein Volk, das alle anderen Götter verschmäht, muss den Hass des ganzen menschlichen Geschlechts im Busen tragen.'”

Damals wie heute ist es weniger die den Juden unterstellte Grausamkeit, die das Motiv abgibt für platte Beschimpfungen, sondern ihre vermeintliche Neigung zum Separatismus. Wer Dinge tut, die sich nicht im Nützlichen erschöpfen, Dinge, zweckfrei, aber sinnvoll, einem Höheren zu Ehren, der muss mit Widerstand rechnen. Bei Richard Dawkins, dem Säulenheiligen der neoatheistischen Bewegung, wie sie sich in der Bruno-Stiftung formiert, heißt es: Die im Judentum “sorgfältig geförderten Spaltungstendenzen” reichten aus, um die Religion zu einer “bedeutsamen Kraft des Bösen in der Welt zu machen”. Die säkulare Erbsünde, die mit den Juden laut Dawkins in die Welt kam, besteht in ihrer “absichtlichen, gezielten Unterstützung der natürlichen Neigung der Menschen, Gruppenangehörige zu begünstigen und andere Gruppen auszuschließen”. Ein solches Verhalten führe zu Gewalt. Würden die Menschen sich über alle Grenzen von Nation und Glauben hinweg verheiraten, gäbe es nach wenigen Generationen keine religiös begründeten Konflikte mehr – dieser Hoffnung geben Dawkins und seine Adepten sich hin.

Somit heißt das Credo einer breiten Strömung innerhalb des Neoatheismus: “Das Böse kam von den Juden.” Der Gott des Alten Testaments, schreibt Dawkins, sei “ein rachsüchtiger, blutrünstiger ethnischer Säuberer; ein frauenfeindlicher, homophober, rassistischer, Kinder und Völker mordender, ekliger, größenwahnsinniger, sadomasochistischer, launisch-boshafter Tyrann”. An anderer Stelle heißt es: “Das Judentum war ursprünglich ein Stammeskult um einen einzigen, äußerst unangenehmen Gott, voller krankhafter Versessenheit auf sexuelle Beschränkungen, mit dem Geruch verbrannten Fleisches, mit einem Überlegenheitsgefühl gegenüber Konkurrenzgöttern und mit der Exklusivität des auserwählten Wüstenstammes.” Das vermeintliche Kinderbuch wird ausdrücklich als “Dawkins for Kids” beworben.

Kurz gefasst: Ohne Judentum kein Christentum und kein Islam, ohne Judentum kein Separatismus, ohne Separatismus kein Übel, keine Gewalt, keine Explosion des Bösen. Gerade indem sie dieser trüben Spur folgen, erweisen sich die Neoatheisten als vorgestrig. Christengegner Celsus urteilte um das Jahr 180: Der “Separatismus der Juden und Christen” stehe der “Religionseinheit der Weltvölker” entgegen. Jenes Volk, das als erstes an den einen Gott glaubte, war dem klugen Celsus ein Dorn im Auge. Er, den sein deutscher Herausgeber bei der Neuauflage 1984 einen “Voltaire des zweiten Jahrhunderts” nannte, verabscheute das Tun der Christen, insofern diese sich auf jüdischen Spuren bewegten und “heimliche Verbindungen untereinander außerhalb der gesetzlichen Ordnungen” bildeten. Dass Juden wie Christen nicht mittun wollten beim staatlich verordneten Polytheismus, dass sie auf ihrem religiösen Eigensinn und also auf Sonderung statt Vermischung beharrten, gereichte ihnen zum Nachteil.

Daran hat sich nichts geändert. Der jüdische Stachel treibt die Neoatheisten in die Nähe des Antisemitismus, ob Richard Dawkins oder Christopher Hitchens (“Der Herr ist kein Hirte”), der den Horizont des Alten Testaments “bedrückend beschränkt” nennt. Dergleichen Brachialaufklärung, die Vernunft und Glaubensferne in eins setzt, betrieb schon Ahnherr Voltaire, die “Sonne der Aufklärung”. Er unterstellte den Juden Kannibalismus, ihre Sprache sei ein Plagiat, ihre Leidenschaft für Massaker legendär. Sie trügen keine Unterwäsche und nähmen keine Bäder. Die Literaturwissenschaftlerin Gudrun Hentges resümiert: “Unterhalb der Ebene seines Eintretens gegen das Verbrennen der Juden auf dem Scheiterhaufen der Inquisition eröffnet sich ein ganzes Panorama der Judenfeindschaft. Voltaires Bibelrezeption ist darauf ausgerichtet, das angeblich Verachtenswerte der Hebräer/Israeliten/Juden in den Vordergrund zu stellen.”

Auch in der Enzyklopädie Diderots und d’Alemberts aus der Mitte des 18. Jahrhunderts wurden die Juden an den Rand der Menschheitsfamilie gedrängt. Diderot suggerierte, das Judentum zu überwinden sei im Namen der Aufklärung erforderlich. Es lehre blinden Respekt gegenüber Autorität und Tradition, entspreche also nicht den Anforderungen an eine aufgeklärte Weltanschauung. Folgt man dieser sehr problematischen Sichtweise, dann widersteht das Judentum hartnäckig allen Appellen von Diderot und dessen Nachfahren an die Einheit des Religiösen, an die Einheit der Vernunft, an die Einheit der Umgangsformen – heute umso mehr, da der Atheismus sich als globalisierungskonforme Weltdoktrin empfiehlt. Der jüdische “Separatismus” ist der größte anzunehmende Angriff auf die Alternativlosigkeit des säkularen Denkens. Im Gewand der Aufklärung kehren die Ressentiments des Erzfeindes wider, der Kirche.

Selbst Immanuel Kant sprach von der “Euthanasie des Judentums”, die nötig sei, um zur “allgemeinen Vernunftreligion” vorzustoßen. Das Judentum schließe “das ganze menschliche Geschlecht von seiner Gemeinschaft aus” und stehe dem “reinen, für alle Welt gleich einleuchtenden Religionsglauben” im Wege. Kant sah sein Ziel, den einen “ethischen Staat auf Erden”, die eine globale Vernunft, nur jenseits des Judentums realisierbar. Zu Recht weist der Philosoph Kurt Flasch darauf hin, dass Euthanasie hier eine “sanfte Selbstverwandlung der jüdischen, statuarischen Religion in Vernunftreligion” meine. Dennoch ist Kants “aufgeklärter Antijudaismus” (Steffen Dietzsch) keine Quantité négligeable.

Auch eine “Denkfabrik für Humanismus und Aufklärung”, als welche sich die Giordano-Bruno-Stiftung bezeichnet, kann in das trübe Fahrwasser einer zumindest latenten Judenfeindschaft geraten. Für diese Gefährdung ganz unempfindlich zu sein belegt, wie notwendig eine neue Dialektik der Aufklärung ist. Antisemitismus bedeutete immer, so Horkheimer und Adorno, Gleichmacherei und “Wut auf den, der auffällt ohne Schutz”, ‘Wut auf die Differenz’. Die neoatheistische Bewegung hat ihre Herkunftsgeschichte bisher kaum aufgearbeitet.”

Ein Kommentar

Apr 21 2014

Das private Bekenntnis ist politisch

Afrikanische Maske
„Das Private ist politisch“ hieß es früher in der Spontiszene, an deren Rändern auch ich mich vor Jahren herumtrieb, zum Glück nie so exzessiv, wie unser frührer Verteidigungsminister Fischer, wie ich zu meiner Verteidigung sagen muss. Wie auch immer: Damit war gemeint, dass natürlich auch die privat genannten Lebensbereiche immer schon Teile eines politisch, sozial und kulturell vorgeprägten Milieus sind und waren. Geprägt durch gesellschaftliche Werte und Normen, durch gesellschaftliche Machtverhältnisse und durch die sozialökonomischen Bedingungen, in denen sie sich jeweils reproduzieren.

Und da ist ja in der Tat auch was dran: Die Organisation der Lebensverhältnisse im Privaten wird durch die gesellschaftlich und sozialkulturellen Sitten und Normen geprägt, so wie diese auch umgekehrt den real existierenden Normen und Werten in einer Gesellschaft ihren Stempel aufdrücken. Wer etwa würde behaupten, dass beispielsweise das neuerliche Recht homosexueller Paare auf Eheschließung beziehungsweise amtlich sanktionierter Partnerschaft nicht ein auch politisch hochbrisantes Thema ist. Soviel zur Vorrede.

Heutzutage erlebe ich es immer wieder, dass die einstigen Apologeten des politisch Privaten beim Thema Religion kurz und bündig behaupten, dass sei nun etwas rein Privates und könne daher auch nicht Gegenstand einer Auseinandersetzung sein. Da heißt es dann in einem etwas mitleidsvollen Ton: „Wenns denn das Herz wärmt, glaub was du willst.“ Gottsuche und Gottesglaube wird ruckzuck privatisiert.
Nun will ich daran zumindest soviel gelten lassen, als dass jeder selbst bestimmen muss und auch bestimmen dürfen soll, für welches persönliche Bekenntnis er sich entscheidet. Aber schon das ist politisch. Die Gewissensfreiheit des Einzelnen ist keineswegs etwas Selbstverständliches, sondern eine Errungenschaft in christlich geprägten und demokratisch verfassten Gesellschaften. In vielen islamischen Ländern beispielsweise gibt es diese Gewissensfreiheit nicht. Nach dem islamischen Rechtssystem, der Scharia, ist etwa der Abfall vom Islam, die Apostasie, ein Verbrechen, dass in manchen Ländern sogar mit dem Tod bestraft wird. Insofern also die Religion ein ganz bedeutender sozialkultureller Faktor ist, der die jeweiligen gesellschaftlichen und sozialen Lebensverhältnisse wesentlich prägt, ist sie natürlich nie und nimmer Privatsache. So hat das Christentum einen ganz entscheidenden Einfluss auf die westlich-demokratischen Gesellschaften genommen: Menschenrechte und Grundrechte, die persönlichen Freiheiten des Einzelnen einschließlich der Gewissensfreiheit beruhen auf christlichen Werten. Das Christentum hat trotz allem Machtgebaren feudaler Würdenträger frührer Zeiten, auch in der Kirche, die von ihm dominierten Gesellschaften in einem widersprüchlichen Prozess letztendlich deutlich zivilisiert. Das gilt auch und trotz des zerstörerischen Potenzials und der Hervorbringung globaler ökonomischer Ungleichheiten, die immer noch fortbestehen. Das wir Gleichheit aber überhaupt als einen Wert an sich betrachten können, für den es sich einzusetzen und zu streiten lohnt, ist Ausdruck unseres christlichen Erbes. Deswegen lasse ich mich inzwischen auch gern als christlicher Eurozentrist titulieren.
Die Religion ist also keineswegs etwas Privates. Und auch mein persönliches Bekenntnis ist letztlich nicht nur privat. Es ist Ausdruck meiner persönlichen Wahrheitssuche, und Wahrheit ist letztlich nie etwas Privates sondern universell! Mein Bekenntnis – oder sagen wir besser, meine Form der Gott- und Wahrheitssuche, lässt sich auch nicht von anderen Facetten meiner Persönlichkeit trennen, sonern prägt mein Denken und Handeln in meinem sozialkulturellen Umfeld auf Mikroebene, aber auch mein politisches und soziales Denken und Handeln. Es gilt daher: Das private religiöse Bekenntnis ist politisch!

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Apr 20 2014

Christus ist auferstanden!

abstraktes bild zur osterfeier

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Apr 18 2014

Karfreitag

Christus am Kreuz
Und das Wort übergebe ich ausnahmsweise an Geistbraus: Karrfreithague

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Apr 14 2014

Ein etwas anderes Ave Maria

Maria mit dem Christuskind

Sei gegrüßt, Maria, voll der Gnade,
der Herr ist mit dir.
Du bist gebenedeit unter den Frauen,
und gebenedeit ist die Frucht deines Leibes, Jesus.

Bitte für uns Maria,
dass wir dir ähnlich werden:
Heiliger Geist machtvoll uns erfülle
und Christus geboren wird in uns.
Amen

(Aus dem Abendlob der alt-katholischen Gemeinde St. Maria Angelica in Hannover)

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Apr 13 2014

Nach Auschwitz. Ein Gedanke zum Palmsonntag

Autor: . Abgelegt unter Transzendenz und Alltag

Gleißendes Licht das die Dunkelheit erleuchtet
Wie man nach Auschwitz den Gott loben könne, der alles so herrlich regiert, das
wisse sie nicht, hat die evangelische Theologin Dorothee Sölle gesagt.
Drehen wir das Ganze doch mal um.
Müssen wir nicht gerade nach Auschwitz Gott loben: weil er uns nach allem, was Menschen auf dieser Welt – in Auschwitz und anderswo – angerichtet haben, durch und in Jesus Christus noch immer seine Gnade schenkt?!
Na klar!

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Apr 12 2014

Hochzeit, katholisch

Autor: . Abgelegt unter Katholisches,Kultur und Alltag

Original Big surprise for Bride and Groom…Chris and Leah Wedding 5 April 2014

[youtube http://www.youtube.com/watch?v=XYKwqj5QViQ&w=560&h=315]

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Apr 09 2014

“Wo ist deine Sünde?”

Autor: . Abgelegt unter Transzendenz und Alltag

“(…) deine Sünde ist dort: am Kreuz. Geh und suche sie dort, in den Wunden des Herrn, und deine Sünde wird geheilt werden, deine Wunden werden geheilt werden, deine Sünde wird vergeben werden.”
Papst Franziskus

Papst Franziskus

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